In der alten Zigarrenfabrik werden Talente gefunden und gefördert

In der alten Zigarrenfabrik werden Talente gefunden und gefördert

Technikzentrum in Hille-Südhemmern veranstaltet Tag der offenen Tür

Talente finden und fördern

Das Technikzentrum in Minden-Lübbecke existiert nun schon seit über 23 Jahren und fungiert in einer Nische, in der es der einzige Anbieter seiner Art ist. Ein soziales Unternehmen, das die Beschäftigung vieler junger Menschen fördert und der Gesellschaft etwas zurückgibt. Als größter Arbeitgeber in Hille-Südhemmern hat das Technikzentrum schon viele Impulse gesetzt und Unternehmen bei der Suche nach Auszubildenden stark unterstützt und hat dadurch auch den Fachkräftemangel in der Region den Kampf angesagt. Hier wurden seit seiner Gründung über 800.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, darunter auch Flüchtlinge aller Altersklassen, in zwölf Bundesländern für die berufliche Praxis fit gemacht.

Das Erfolgskonzept in Zahlen

Jährlich werden rund 200 Veranstaltungen durchgeführt mit rund 50.000 Teilnehmern, davon allein 120 Berufsparcours an Schulen und Ausbildungszentren. 1.200 Module wurden dafür entwickelt und werden nun eingesetzt. Damit hat das Technikzentrum die größte Ausstattung für mobile Berufsfelderkundung und Training. Mit dem im Sommer 2016 gegründeten Integrationsbetrieb „Manufaktur der Talentfabrik“ bietet das Zentrum nun auch die Möglichkeit, einen Teil der Module an andere Schulen, Bildungseinrichtungen und Flüchtlingsorganisationen zu verkaufen, damit die Module dauerhaft überall eingesetzt werden können und noch mehr Personen bei der Suche nach ihren Talenten und Berufungen behilflich sein können. Seit diesem Jahr ist das Technikzentrum mit insgesamt drei Talenthäusern in Nordrhein-Westfalen unterwegs und kann in allen Regionen Trainings für Interessierte anbieten. Diese Trainings werden durch die sogenannten zdi-Zentren vor Ort organisiert und werden zum Teil mit regionalen Mitteln, durch Sponsoren und öffentliche Gelder finanziert. Im Jahr soll dann rund 20.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit gegeben werden, die eigenen Talente zu finden und auszutesten. Hauptverantwortlich für das Technikzentrum und die Talentfabrik ist Geschäftsführerin Karin Ressel, die in der Vergangenheit für ihr großes Engagement auch schon mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden ist. Sie hat das Gelände und das denkmalgeschützte Gebäude der alten Zigarrenfabrik 2011 gekauft und verpachtet die Räumlichkeiten an den Verein Technikzentrum Minden-Lübbecke.

Die Mitarbeiter des Technikzentrums informierten freundlich und kompetent die zahlreichen Besucher am Tag der offenen Tür.

Die Mitarbeiter des Technikzentrums informierten freundlich und kompetent die zahlreichen Besucher am Tag der offenen Tür.

Tag der offenen Tür in der Zigarrenfabrik

Für alle Interessierten fand am 20. Januar ein „Tag der offenen Tür“ im Technikzentrum Minden-Lübbecke in dem denkmalgeschützten Industriegebäude der alten Zigarrenfabrik in der Zeit von 10 bis 20 Uhr statt. Über den Tag verteilt kamen zahlreiche Menschen nach Hille, um sich selber ein Bild von dem nun vollständig ausgestattetem Gebäude und über die Arbeit des Technikzentrums zu machen. Auch namhafte Positionen aus Politik und Verwaltung sowie Sponsoren, Vertreter der umliegenden Unternehmen und Kooperationspartner ließen es sich nicht nehmen, an diesem Tag im Zentrum reinzuschauen. Hans-Peter Seele von der Verwaltung und Rolf Tiemann, Ortsvorsteher von Südhemmern, begutachteten Gebäude und vor allen Dingen die Aktivitäten des Technikzentrums persönlich am Tag der offenen Tür.
Auf drei Etagen konnten sich hier die Besucher die Technikwerkstatt, die unterschiedlichen Module im Ausstellungsraum sowie die Technik Manufaktur, in der die unterschiedlichen Module gefertigt und vertrieben werden, begutachten. Das kompetente Personal führte die Besucher und Interessierten hierbei durch die Räumen und informierten ausführlich über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Talentförderung.

Michael Engelhardt, Betriebsleiter der Talentfabrik Manufaktur, ist zuständig für die Herstellung und den Vertrieb der Module.

Michael Engelhardt, Betriebsleiter der Talentfabrik Manufaktur, ist zuständig für die Herstellung und den Vertrieb der Module.

Michael Engelhardt, Betriebsleiter der Talentfabrik Manufaktur erzählte über die Manufaktur und die Arbeit im Team: ,,Wir fertigen und bauen die vorhandenen Module für die Unternehmen, Schulen und Ausbildungswerkstätten. Bei uns steht die Arbeit im Team ganz oben, jeder hilft jedem und greift dem anderem unter die Arme. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Module und den Produkten fließt dann auch wieder direkt in den Verein und die Arbeit des Technikzentrums.“ In der Manufaktur des Vereins sind auch Schwerbehinderte beschäftigt und fühlen sich auch sehr wohl im Team. Momentan sucht die Manufaktur auch noch nach vier zusätzlichen Angestellten.

Jutta Meier von der Talentförderung berichtete über die Arbeit des Technikzentrums: ,,Mit dem Talent- und Berufsparcours reist das Team des Zentrums mit ihren unterschiedlichen Modulen im Gepäck fast 200 Mal jährlich durch das Bundesgebiet und stellen dabei auch Kontakte zu zahlreichen Unternehmen her, die gerne mit dem Technikzentrum zusammenarbeiten. Bei diesen Gelegenheiten sind schon so einige Praktikantenstellen vergeben worden und die eine oder andere berufliche Karriere hat durch den Berufsparcours seinen Anstoß bekommen. Manchmal wissen die jungen Menschen noch gar nicht, welche Tätigkeiten ihnen liegen, und mit unseren Modulen bekommen sie dann mal die Möglichkeit, einen Akkuschrauber in die Hand zu nehmen oder andere Dinge auszuprobieren, die sie sich vorher nicht zugetraut hätten.“ Mit dem Berufsparcours kommen sie direkt in die Schule, auch für mehrtägige Seminare, bei denen die jungen Menschen Berufsfelder erkunden können. Bei den Modulen sind alle Gewerbe mit dabei, vom Tischlerhandwerk über die Gastronomie bis hin zum Zahnarzthelfer, wobei branchenspezifische Tätigkeiten wie das Sägen von Holz, das Dekorieren von Speisen oder auch das spiegelverkehrte Füllen eines Zahnes ausprobiert werden können. ,,Oft finden sich schon während des Parcours in den Schulen Kontakte zwischen Schülern und Unternehmen, sodass auch schon so einige Bewerbungsgespräche direkt vor Ort geführt worden sind. Es kommt sogar relativ häufig vor, dass Unternehmen vom Parcours direkt einen Praktikanten einstellen“.

Mitarbeiter Denis testet die Module noch auf Herz und Nieren, bevor sie an Schulen und Ausbildungszentren geliefert werden.

Mitarbeiter Denis testet die Module noch auf Herz und Nieren, bevor sie an Schulen und Ausbildungszentren geliefert werden.

Karin Ressel, Geschäftsführerin des Technikzentrums und Inhaberin der alten Zigarrenfabrik, steht voll und ganz hinter ihrer Arbeit und dem Projekt Talentförderung. Ihren Wunsch, junge Menschen an die MINT-Berufe heranzuführen, hat sie mit der Arbeit des Technikzentrums, weitestgehend erfüllt. Doch darüber hinaus zeigt das Technikzentrum Hille viele Möglichkeiten aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern auf und ermöglich damit eine umfassende und praktische Orientierungsmöglichkeit für junge Menschen, die sich noch nicht sicher sind, was sie aus ihrem Leben machen wollen.
Und auf diese Arbeit und die Intention dahinter ist das Team des Technikzentrums auch zu Recht stolz und freut sich über jeden Schüler oder jungen Erwachsenen, der es schafft, sein eigenes Talent und somit auch seinen Weg für die Zukunft zu finden.

Das Technikzentrum in Hille-Südhemmern befindet sich in der alten Zigarrenfabrik, Fischerstadt 36.

Das Technikzentrum in Hille-Südhemmern befindet sich in der alten Zigarrenfabrik, Fischerstadt 36.