MiKu trifft… Daniel Masur

MiKu trifft… Daniel Masur

Daniel Masur holt bedeutendsten nationalen Titel im Herreneinzel

Ehemaliger Mindener Tenniscrack gibt persönliche Einblicke

Die ehemaligen deutschen Tennisstars Michael Stich, Nicolas Kiefer oder Rainer Schüttler waren es in der Vergangenheit bereits. Nun ist es auch Daniel Masur. Der ehemalige Spieler des Mindener Tennisklubs hat sich bei den 46. Deutschen Meisterschaften in Biberach den Titel im Herreneinzel gesichert.

Daniel Masur freut sich nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Herreneinzel über den Siegerpokal

Daniel Masur freut sich nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Herreneinzel über den Siegerpokal

Zufrieden, das ist er nicht mit dem abgelaufenen Jahr. Zu viele Verletzungen haben Daniel Masur auf seinem Weg in die internationale Tennisspitze behindert. Neben einer mentalen Erschöpfung nach seiner Asientour folgte im Hochsommer eine langwierige Schulterverletzung, die ihn drei Monate aus der Bahn warf. „Dadurch musste ich leider meine Ziele für das Jahr 2017 stark zu meinem Nachteil korrigieren. Letztlich ging es im Endeffekt nur noch um Schadensbegrenzung und ich habe viele Weltranglistenpunkte verloren“, so der 23-jährige Tennisprofi, der seinen Lebensmittelpunkt aktuell in München hat und in der dort angesiedelten Tennis-Base trainiert. Dabei lief es bis zu diesem Zeitpunkt wie am Schnürchen. Sogar bis auf Position 203 arbeitete sich Masur bis zum Frühsommer dieses Jahres in der Weltrangliste hoch. Seine Spielstärke war den deutschen Funktionären schon lange zuvor nicht verborgen geblieben, sodass als ein Highlight der noch jungen Tenniskarriere im September 2016 die Berufung in das deutsche Davis Cup-Team und ein Einsatz im Doppel gegen die Mannschaft aus Polen erfolgten.

Masur bei seinem Debüt im Davis-Cup in Berlin gegen Polen Foto: Camera4

Masur bei seinem Debüt im Davis-Cup in Berlin gegen Polen Foto: Camera4

Durch die starke Weltranglistenposition des Frühsommers 2017 war es Masur möglich bei den größten Tennisturnieren der Welt, den sogenannten Grand Slam Turnieren, in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York aufzuschlagen. Zwar jedes Mal in der Qualifikation, doch einmal reichte es fast für das Hauptfeld. „Das waren herausragende Erfahrungen und in Paris fehlte nicht viel. Ich habe in jedem Fall meine Lektionen gelernt. Toll war es auch in der Qualifikation der Gerry Weber Open, in München sowie im russischen St. Petersburg. Bei den letztgenannten Turnieren durfte ich im Hauptfeld antreten, wobei ich mich in St. Petersburg erstmals ohne Wildcard, sondern durch erfolgreiche Spiele in der Quali für ein ATP-Hauptfeld qualifizieren konnte “, führt Masur weiter aus. Im Laufe dieser Saison sprangen außerdem zwei Siege für „Wally“, so nennen ihn seine Freunde, gegen Spieler heraus, die aktuell in der Weltrangliste unter den besten 50 Spielern geführt werden.

Mehr Turnierpausen und mehr Trainingsblöcke hat sich Masur für das Jahr 2018 verordnet: „Der Fokus wird aufgrund meiner derzeitigen Weltranglistenplatzierung von 348 zunächst wieder auf den kleinen Turnieren, aber auch in der ausreichenden Regeneration liegen. Das ist schade, weil die größeren Turniere eindeutig mehr Spaß machen, aber ich bin verletzungsfrei und mir sicher, dass es im Ranking wieder nach oben gehen wird und der Zenit meiner spielerischen Entwicklung noch lange nicht erreicht ist.“

Auch im Umland des Mühlenkreises wird Masur dieses Jahr wieder aufschlagen. „Ich spiele wie seit einigen Jahren mit meiner Versmolder Mannschaft in der zweiten Bundesliga und vielleicht ergibt sich im August zudem die Möglichkeit für einen Schaukampf in Bückeburg. Hierzu kann ich allerdings bisher nichts Näheres sagen.“ Außerdem möchte Masur wieder auf den Rasenplätzen der Gerry Weber Open in Halle aufschlagen. Zumindest sofern es Sinn macht und er sich dank verbesserter Weltranglistenposition erneut für das Rasenturnier in Wimbledon qualifizieren kann.

Für Ende 2018 peilt „Wally“ eine Position um die 150 in der Welt an. Angesichts seiner spielerischen Klasse alles andere als unrealistisch. Das dürfte spätestens nach seinem Titel bei den Deutschen Meisterschaften, bei denen er bereits 2014 im Finale stand, vielen Sportsfreunden im ganzen Land klar sein. Und wenn man sich die Karrieren der Spieler Stich, Kiefer oder Schüttler ansieht, die alle in Rangliste unter die zehn weltbesten Spieler ihrer Zeit gelangten, so kann man nur hoffen, dass Daniel Masur eines Tages ähnlich erfolgreich sein wird. Wünschen wir ihm viel Glück dabei. (ns)