Geschenke mit Herz!

Mindener Tafel verteilt fast 800 Geschenke an Bedürftige

Viele Menschen freuen sich auf Weihnachten im Familien- oder Freundeskreis. Zum gemeinsamen Miteinander gehört für sie ein fürstlich gedeckter Tisch mit üppigen Speisen. Leider ist dieses Glück vielen Familien nicht vergönnt, weil sie zu wenig Geld haben. Die Weihnachtskisten-Aktion der Mindener Tafel soll Bedürftigen zu einem schönen Fest verhelfen.

 „In diesem Jahr sind fast 800 Geschenkpakete zusammengekommen“, erzählt Claus-Dieter Feilbach, zweiter Vorsitzender der Mindener Tafel.

„In diesem Jahr sind fast 800 Geschenkpakete zusammengekommen“, erzählt Claus-Dieter Feilbach, zweiter Vorsitzender der Mindener Tafel.

Seit mehr als zehn Jahren organisiert die Mindener Tafel ihre Weihnachtskisten-Aktion in der St. Simeoniskirche. Aufgerufen sind hilfsbereite Mindener, die bedürftigen Mitbürgern und Familien eine kleine Freude schenken wollen. „In diesem Jahr haben die Bürger, Vereine und Unternehmen fast 800 Geschenkpakete mit Lebensmitteln gespendet“, erzählt Claus-Dieter Feilbach, zweiter Vorsitzender der Mindener Tafel. Gebracht wurden die Pakete am Mittwoch. Am Donnerstag durften sich alle, die ihre Bedürftigkeit nachweisen können, ein liebevoll gepacktes Geschenkpaket in der St. Simeoniskirche abholen. Fast 800 Geschenke liegen in diesem Jahr auf den Bänken in der anmutigen St. Simeoniskirche. „Familien dürfen aus den großen Geschenken wählen“, zeigt Feilbach auf die erste Reihe direkt am Eingang. Für die Kleinen gibt es sogar extra einen bunten Tisch mit Spielzeug. Vier Wochen vor der Weihnachtskisten-Aktion bekommen die Kunden einen Gutschein. „Auf dem steht, wann sie kommen und sich ein Geschenk abholen können“, erklärt der Tafel-Vorsitzende. Früher konnten die Kunden kommen, wann sie wollten. Das gehe heute aber nicht mehr. „Es wurden irgendwann so viele Kunden, dass wir Zeitfenster einrichten mussten. So ist der Andrang besser zu bewältigen.“

Dankbarkeit reicht als Lohn aus

Sobald die Bedürftigen ihren Gutschein vorzeigen, führt sie ein Tafel-Mitarbeiter durch die vier Gänge. Jeder Kunde darf sich ein Geschenk aussuchen. In den Paketen finden sich Schokoladenweihnachtsmänner und Lebkuchen, Nudeln, Olivenöl, Bockwürstchen und Schinken, Kaffee und Konserven. Insgesamt 40 Mitarbeiter der Tafel kümmern sich am Mittwoch und Donnerstag um hunderte Spender und Kunden. Eine enorme Herausforderung – auch sprachlich. Der Kundenkreis der Tafel setzt sich inzwischen aus mehr als 60 Nationen zusammen. Edith Zindler arbeitet seit vier Jahren für die Mindener Tafel. In diesem Jahr hilft sie zum dritten Mal bei der Weihnachtskisten-Aktion. „Ich will Menschen helfen, denen es es nicht so gut ergeht wie mir. Die Aktion gehört für mich zu Weihnachten“, erzählt die freundliche Dame. Edith Zindler hilft nicht nur bei der Geschenkeausgabe – sie rührt im Familien- und Bekanntenkreis kräftig die Werbetrommel für die Aktion. Mit Erfolg. „Wir haben insgesamt 15 Pakete sammeln können.“ Die Tafel-Mitarbeiter helfen freiwillig und ehrenamtlich. Für Edith Zindler ist das selbstverständlich. Ihr Lohn bemisst sich nicht in Geld – ihr Lohn bemisst sich in Dankbarkeit. „Ich freue mich, wenn die Kunden sich freuen. Manchmal bekommen wir Dankesbriefe für unsere Arbeit – das sind schon ganz besondere Momente“, sagt sie.

Roohulla hat's nicht so leicht, ein Geschenk auszuwählen: Als gläubiger Moslem darf er kein Schweinefleisch essen.

Roohulla hat’s nicht so leicht, ein Geschenk auszuwählen: Als gläubiger Moslem darf er kein Schweinefleisch essen.

Roohulla ist aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Vor zwei Jahren, zusammen mit seiner Familie. „An der Weihnachtskisten-Aktion nehme ich heute das zweite Mal teil“, erzählt der 30-Jährige. Voller Vorfreude bummelt er durch die Reihen und wirft neugierige Blicke in die offenen Kisten. Die Auswahl ist für Roohulla gar nicht so leicht. Er ist Moslem. Schweinefleisch ist für ihn tabu. Mit der Hilfe von Edith Zindler findet er „sein Paket“. Auch zwei Spielzeuge darf er sich aussuchen. „Das wird meine Kinder freuen“, strahlt Roohulla.

Marika May geht seit zehn Jahren zur Mindener Tafel. Fast genauso lange pilgert sie zur Weihnachtskisten-Aktion in der St.Simeoniskirche. Zusammen mit ihrem Sohn lebt sie in bescheidenen Verhältnissen. Teure Geschenke können sich die beiden nicht leisten. „Ich bin dankbar, dass uns geholfen wird. Es ist einfach eine gute Sache“, sagt Marika May. „Das sieht toll aus“, die Mindenerin zeigt auf ein mit blauem Geschenkpapier verziertes Paket, „das sind genau die Sachen, die wir gerne essen.“

Marika May holt sich seit fast zehn Jahren ein Geschenk bei der Weihnachtskistenaktion ab.

Marika May holt sich seit fast zehn Jahren ein Geschenk bei der Weihnachtskistenaktion ab.