Hilfe zur Selbsthilfe

Hilfe zur Selbsthilfe

Sozialpaten helfen in schwierigen Lebenslagen

Vor gut zehn Jahren entstand das Projekt „Sozialpaten“ unter dem Dach der gemeinnützigen Gesellschaft PariSozial Minden-Lübbecke/Herford. Seitdem werden über die Freiwilligen Agentur Minden Sozialpaten ausgebildet, die ehrenamtlich Personen in Notsituationen betreuen und ihnen helfen, sich selber zu helfen.

Herta Jennings und Gerd Westermann sind schon seit vielen Jahren Sozialpaten und haben im Zuge ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit schon viel erlebt. In schwierigen Lebenslagen helfen sie dabei, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen, Anträge bei Ämtern auszufüllen, einen Haushaltsplan und eine Schuldenaufstellung zu erarbeiten und den Alltag zu strukturieren. „Leider müssen wir die Betreuung zeitlich begrenzen, und sind manchmal unsicher, ob unsere Schützlinge es auch schaffen werden“, erklärt Jennings im Miku-Gespräch. Die Sozialpatenschaften begrenzen sich auf etwa sechs Monate. „In dieser Zeit versuchen wir auch, Lernprozesse anzuregen, ein soziales Netzwerk aufzubauen und Selbstvertrauen zu vermitteln“, ergänzt Gerd Westermann. Grundvoraussetzung in diesem Modell ist der Wille, sich helfen zu lassen. Gerd Westermann hat da eine Philosophie: „Ich nehme eine Hand von ihnen, und sie bekommen zwei Hände von mir zurück.“ Gemeinsam werden angehäufte Probleme abgearbeitet und wieder eine Zukunftsperspektive geschaffen. Auch bei Behördengängen werden die Schützlinge begleitet, was ebenfalls einen Gewinn für die Institutionen darstellt, das zeigen auch die positiven Rückmeldungen aus dieser Richtung. Für die Hilfesuchenden ist dieser Prozess auch mit Erfolgserlebnissen verknüpft, wenn sie auch eigener Kraft Fortschritte erzielen. „Es tut schon gut zu sehen, dass man helfen kann“ erklärt Gerd Westermann. Auch Herta Jennings bestätigt: „Für mich ist es wichtig, zu sehen, dass es mit den Menschen wieder bergauf geht“.

Die ehrenamtliche Tätigkeit als Sozialpaten gibt Westermann und Jennings die Möglichkeit, ihre Lebenserfahrung und Wissen weiterzugeben und damit anderen zu helfen. Gerd Westermann ist über eine andere ehrenamtliche Tätigkeit in den Kontakt zu den paritätischen Diensten und der Freiwilligenagentur gekommen. Freiwilligenkoordinator Marco Mehwald organisiert das Programm und tauscht sich regelmäßig mit den rund 32 Sozialpaten in Minden aus. „Auch wir entwickeln uns mit unserer Arbeit stetig weiter und nehmen neues Wissen und persönliche Erfahrungen mit“ berichtet Herta Jennings abschließend. Beide Sozialpaten betreuen aktuell drei Fälle und sind nach wie vor mit Herzblut dabei, Menschen zu helfen, sich selber zu helfen.(nh)•

Info:
Wer Interesse an einer Tätigkeit als Sozialpate oder an der Arbeit von PariSozial in Minden-Lübbecke hat, findet unter www.parisozial.mlh.de weitere Informationen zu den Angeboten der paritätischen Sozialdienste. Ansprechpartner in der Freiwilligenagentur ist Marco Mehwald.