Erneut kein Aufatmen in der „Faurecia-Belegschaft“

Erneut kein Aufatmen in der „Faurecia-Belegschaft“

Die Unsicherheit über die Zukunft des Standortes Stadthagen bleibt bestehen

Die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung des „Faurecia-Standortes“ in Stadthagen bleibt. Die Ankündigung des Automobilzulieferers von Stellenverlagerungen und dessen Erklärung, Überlegungen zu tiefgreifenden Umstrukturierungen eingeleitet zu haben, führten zu Befürchtungen über hohe Arbeitsplatzverluste in der Schaumburger Kreisstadt. Klärung brachte nun auch ein Gespräch im niedersächsischen Wirtschaftsministerium nicht, wie Landrat Jörg Farr berichtete.

„Es gibt keine Entscheidung gegen die Neubauprojekte in Stadthagen“, informierte Landrat Jörg Farr in der vergangenen Kreistagssitzung über ein Treffen beim Landeswirtschaftsminister Bernd Althusmann. Aber eben auch keine Zusage.
2016 hatte „Faurecia“ einen Neubau für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Stadthagen angekündigt. Das Land Niedersachsen stellte für die Unterstützung des Projektes Fördermittel in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro bereit. Einige Monate später erklärte „Faurecia“ jedoch, das Projekt vorerst wieder auf Eis zu legen. Die erhoffte Stärkung des Standortes Stadthagen blieb in der Schwebe.
Zu tiefer Besorgnis in der Belegschaft führten nun die jüngst getroffenen Ankündigungen der Geschäftsführung von „Faurecia“, 34 Stellen aus dem Bereich „externes Rechnungswesen“ in Stadthagen nach Portugal zu verlagern. Sowie die Erklärung, Überlegungen zu weit umfassenderen Umstrukturierungen eingeleitet zu haben, die sich mit einer engeren Verzahnung der Forschungs- und Entwicklungsteams der Standorte in Stadthagen und Peine beschäftigen. Zwar betonte die Unternehmenskommunikation, dass sich „Faurecia“ in einer sehr frühen Phase der Analyse in dieser Angelegenheit zu befinde. Hielt dabei aber auch fest, dass in die Überlegungen die Variante des Neubaus eines Standortes in „räumlicher Mitte zwischen Stadthagen und Peine“ einbezogen würden. Würde eine solche Variante tatsächlich verwirklicht, könnte dies zu einem Verlust von Hunderten von Arbeitsplätzen in Stadthagen führen, so die Befürchtung der Belegschaft und der Arbeitnehmervertreter. Und stets steht hinter Stellenstreichungen in solchen Dimensionen die Sorge, der gesamte Standort in Schaumburg könnte kippen. Rund 1160 Mitarbeiter sind bei „Faurecia“ in der Kreisstadt beschäftigt, rund 600 im Bereich Forschung und Entwicklung. Unternehmenssprecher betonten ausdrücklich, dass sich „Faurecia“ erst am Anfang der Planungen befinde, somit auch bisher keine Entscheidung über einen Neubau an neuem Standort getroffen sei. Eine solche werde voraussichtlich im Laufe des Jahres 2018 fallen. Weitere Klarheit brachte auch das vor diesem Hintergrund anberaumte Gespräch von Minister Althusmann mit Vertretern von „Faurecia“ und Arbeitnehmerseite in Hannover nicht, wie Landrat Jörg Farr, ebenfalls Teilnehmer, in der Kreistagssitzung informierte. Der erhoffte Neubau in Stadthagen sei nicht vom Tisch, so der Landrat, aber eben auch nicht beschlossen. „Es gibt keine Entscheidung gegen Stadthagen, es gibt aber auch keine Freigabe“. Die Fördermittel des Landes in Höhe von 3,5 Millionen würden gebunden an das Projekt in Stadthagen noch immer bereitliegen. Der Landkreis habe im Gespräch erneut aufgezeigt, dass die örtlichen Akteure zu einem hohen Engagement bereit seien, um zu einer Verwirklichung des Baus in Stadthagen und zu einer Stützung des Standortes zu kommen, so der Landrat. So hatte sich die Stadt beispielsweise für die rasche Bereitstellung des nötigen Baugrunds für einen Neubau kräftig ins Zeug gelegt.