Schön, besinnlich – sicher

Schön, besinnlich – sicher

Wassertanks und Polizeistreifen sollen Mindener Weihnachtsmarkt schützen

So schön, so besinnlich – so sicher. Am Dienstag wurde der Mindener Weihnachtsmarkt offiziell eröffnet. Veranstalter und Behörden haben in den vergangenen Wochen ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet, damit die Besucher sich geschützt fühlen können. Wassertanks verengen die Zufahrten. Polizisten patrouillieren die Innenstadt.

Vergangenen Dezember raste der ISIS-Terrorist Anis Amri mit einem LKW über den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz. Zwölf Menschen starben. Dutzende erlitten schwerste Verletzungen. Seitdem ist die Angst gestiegen. Deutschlandweit verschärfen die Städte ihre Sicherheitskonzepte – auch in Minden.

„Sollte sich die Gefahrenlage ändern, setzt sich die Sicherheitskonferenz wieder zusammen“, erklärt Katharina Heß, Pressesprecherin der Stadt Minden.

„Sollte sich die Gefahrenlage ändern, setzt sich die Sicherheitskonferenz wieder zusammen“, erklärt Katharina Heß, Pressesprecherin der Stadt Minden.

Keine erhöhte Gefahr für Minden

Im August dieses Jahres hatte das nordrhein-westfälische Innenministerium verfügt, dass für alle Großveranstaltungen im öffentlichen Raum Sicherheitskonzepte erstellt werden müssen. Ausdrücklich erwähnt wurden die Weihnachtsmärkte. Ordnungsamt, Feuerwehr, Polizei und Veranstalter Minden Marketing haben gemeinsam am Sicherheitskonzept für den Mindener Weihnachtsmarkt gefeilt. In einem Punkt waren sich alle Akteure einig: Es besteht keine erhöhte Gefahr für Minden. Von einer Terrorangst war auch bei der Eröffnung des beliebten Volksfestes nichts zu spüren. Trotzdem reagieren Veranstalter und Behörden auf das Berliner Attentat und erhöhen die Sicherheitsvorkehrungen.

Zufahrtswege werden blockiert

„Im Rahmen einer Sicherheitskonferenz wurde über mögliche Gefahrenpunkte beraten und an Lösungen gearbeitet“, erklärt Katharina Heß, Pressesprecherin der Stadt Minden, auf MiKu-Anfrage. Detaillierter will die Stadt nicht werden – aus Sicherheitsgründen. Die offensichtlichsten, wichtigsten Vorkehrungen: Die Fußgängerzone wird blockiert. Fast alle Zufahrtswege rund um den Weihnachtsmarkt werden mit zwölf Wassertanks, von denen jeder 1000 Liter fasst, gesperrt, um Anschläge mit Lastern zu verhindern. Die Positionen der Tanks, mit denen zum Beispiel die mittlere Bäckerstraße und der Marktplatz abgeriegelt werden, wurden mit Polizei und Feuerwehr abgestimmt. „In Abhängigkeit von den Feuerwehrzufahrten, damit diese nicht eingeschränkt werden“, sagt Katharina Heß. Der Publikums- und Lieferverkehr werde nicht eingeschränkt. Das Konzept steht – und kann im Gefahrenfall ausgeweitet werden. „Sollte sich die Sachlage verändern, wird die Sicherheitskonferenz kurzfristig zusammenkommen und über weitere Maßnahmen beraten.“

„Die Polizei wird mit Fußstreifen unterwegs sein“, sagt Polizeisprecher Thomas Bensch.

„Die Polizei wird mit Fußstreifen unterwegs sein“, sagt Polizeisprecher Thomas Bensch.

Polizei zeigt Präsenz

„Auch die Polizei wird verstärkt Präsenz zeigen“, erklärt Pressesprecherin Heß. Im vergangenen Jahr patrouillierten Polizeidoppelstreifen mit Maschinenpistolen den Mindener Weihnachtsmarkt – als Reaktion auf den Anschlag in Berlin. Auf Maschinenpistolen werde dieses Jahr verzichtet, erklärt Polizeisprecher Thomas Bensch auf MiKu-Anfrage. Er zeigt sich überzeugt, dass alle Besucher unbeschwert über den Weihnachtsmarkt schlendern können. „Die Polizei wird mit Fußstreifen unterwegs sein.“ Das aber sei nichts Besonderes. Polizisten gebe es auf jeder Großveranstaltung im Mühlenkreis – das sei auch in den vergangenen Jahren so gewesen, sagt Bensch. „Wir haben uns personell auf den Weihnachtsmarkt eingestellt.“ Mehr dürfe er aus einsatztaktischen Gründen nicht verraten.

Zwölf Wassertanks versperren die Zufahrtswege in die Fußgängerzone.

Zwölf Wassertanks versperren die Zufahrtswege in die Fußgängerzone.

Wassertanks werden grau eingehüllt

Die Minden Marketing GmbH ist als Veranstalter verantwortlich fürs Sicherheitskonzept auf dem Weihnachtsmarkt. Das grobe Konzept stehe bereits seit vergangenem Jahr, erzählt Veranstaltungsmanagerin Christina Wandtke. „Vor wenigen Wochen haben wir es dann überarbeitet und angepasst, in enger Zusammenarbeit mit den weiteren Beteiligten.“ Die Kosten fürs Konzept halten sich in Grenzen. Die zwölf Tanks mussten nicht extra angeschafft werden, sie stammen aus dem Lager der Minden Marketing. Bezahlt werden mussten lediglich die Hussen. Um die grauen Wassertanks optisch aufzuhübschen und ansprechender zu gestalten, wurden sie mit großen dunkelgrauen Plastik-Überwürfen umhüllt. Andere Städte verzieren ihre Terrorsperren mit buntem Geschenkpapier – wie zum Beispiel Bochum. Minden Marketing verzichtet auf derart auffällige Verkleidungen. „Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, weil wir die Wassertanks so auch noch bei weiteren Veranstaltungen aufstellen können. Dank der neutralen Hussen bleiben sie universell einsetzbar“, erklärt Christina Wandtke.