Denkanstöße ...

Denkanstöße …

Lihra meint …

Wir nehmen vieles einfach so hin. Normalität. Alltag. Ohne groß darüber nachzudenken, gehen wir zum Beispiel durch Minden. Was aber wäre, wenn wir durch die Stadt gehen, vielleicht auch auf einem geführten Stadtrundgang und würden hin und wieder auf große, grüne Aufkleber treffen. An ganz verschiedenen Stellen. Auf einem stünde eventuell in weißen Buchstaben auf knallgrünem Untergrund „Muss das so sein?“. Darunter ist zu lesen „Viel Pflaster auf der Schlagde“. Nicht als Frage, sondern als Feststellung, kommt der Aufkleber auf dem Martinikirchhof daher: „Hier geht mehr!“ Die Anregung darunter „Parkplatz oder historischer Treffpunkt?“ Wäre es nicht schön, wenn uns diese Aufkleber zum Nachdenken über die Situation in Minden anregen würden? Warum ist es nicht möglich, könnte ein Aufkleber vor der Obermarktpassage lauten, diese Shoppingmall wieder herzurichten? Ich wüsste noch viele Punkte, an denen solche Aufkleber zum Nachdenken und zur Diskussion einladen könnten. Zum Beispiel am Wesertor. Willkommen in Minden! Ist das schon die liebenswerte Innenstadt?

Unter dem Motto „Gespräche“ könnten die Mindener Bürger mit kompetenten Stadtplanern oder auch mit Studenten der Fachhochschule quer durch die Innenstadt und auch an der Weser entlang sowie auf dem rechten Weserufer wandern. Bestimmt würden intensive Diskussionen darüber entstehen, wie man den innerstädtischen Raum für alle Nutzer besser gestalten könnte. Ideen, abseits der eingefahrenen Wege von Verwaltung und Politik. Bürger für Bürger. Gemeinsam für eine Stadt, gemeinsam für ein lebens- und liebenswertes Minden. Auch in unserer Stadt, so zeigte die Bundestagswahl gerade eben, fühlen sich Menschen abgehängt, allein gelassen. Leider haben das unsere Politiker bisher ignoriert, nicht wahrnehmen wollen. Die Quittung haben sie nun bekommen. Wenn ich darüber nachdenke wird mir mulmig. Das darf nicht noch einmal geschehen. Und genau darum müssen wir nachdenken. Über die zukünftige Politik. Über unsere Stadt. Über die hier lebenden Menschen. Darüber Grenzen und Trennendes niederzureißen. Gemeinsam etwas aufzubauen, was für alle da ist. Wovon jeder Bürger etwas hat.

Nun könnte man meinen, das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Doch, hat es. Wenn ich sehe, wie die einzelnen Stadtteile gewählt haben, Bärenkämpen, rechtes Wesrufer, Dankersen, um nur einige zu nennen, dann liegt bei uns in der Stadt auch etwas im Argen. Wenn die Menschen in diesen Bezirken sich wohl fühlen würden, hätte es dort viel weniger Protestwähler gegeben. Es ist nicht allein die große Bundespolitik, die daran schuld ist. Nein, es geht im Kleinen, direkt vor Ort los. In einem Fernsehbericht sah ich, dass die Bürger eines kleinen Dorfes in Sachsen sagten, niemand hätte sich um sie gekümmert. Die einzigen Politiker, die dort gewesen wären, wären die von der AFD gewesen. Niemand hätte es interessiert, dass es keinen Gasthof mehr geben würde, dass nur noch zwei Geschäfte offen wären, dass die Jugend wegziehen würde, weil es keine Arbeit gäbe, dass kein schnelles Internet da wäre, dass sie am Ende der Welt leben würden. Okay, das war in Sachsen, nicht in Minden. Aber auch hier leben Bürger, die unzufrieden sind, weil viele Dinge nicht so laufen wie sie sollten. Und das sollte uns nachdenklich stimmen. Denken wir einfach einmal über die Situation in Minden nach, was verändert werden könnte. Was möchten wir Mindener eigentlich? Frei nach dem Motto: „Kuck mal, was da klebt!“