"Alle unter einem Dach vereint"

„Alle unter einem Dach vereint“

Neues Domizil für die Mindener Gewerkschaften am Brückenkopf 2

Jahrelang fristete die alte Stadtvilla an der Kaiserstraße ein tristes Dasein an exponierter Stelle. Die Farbe blätterte und der Putz bröselte von der Hausfassade. Der Verfall drohte. Doch jetzt erstrahlt das Gebäude Brückenkopf 2 in neuem Glanz. IG Metall, Verdi, IG Bau und DGB Rechtsschutz haben es zu einem ansehnlichen Gewerkschaftshaus umgebaut.

Die Freude der Mindener Gewerkschaften ist groß: Seit September firmieren IG Metall, IG Bau, Verdi und DGB Rechtsschutz im Gebäude am Brückenkopf 2. Damit befinden sich alle in Minden ansässigen Gewerkschaften unter einem Dach. Initiator des gemeinsamen Gewerkschaftshauses ist Lutz Schäffer, Geschäftsführer der IG Metall Minden. „Noch ist nicht alles fertig, aber es wird jeden Tag besser“, sagte Schäffer auf der Eröffnung des neuen Gewerkschaftshauses am 23. September. Der Geschäftsführer bedankte sich bei seinem Team und den zahlreichen tatkräftigen Unterstützern, ohne die der Umzug nicht möglich gewesen wäre. Bereits 2012 bat Schäffer die Treuhandverwaltung Igemet GmbJ, die immobilienwirtschaftliche Vermögensverwaltung der IG Metall, ein neues, geeignetes Objekt für die Mindener Gewerkschaften zu finden. Das erwies sich als kompliziert, „weil es in Minden nur wenige freie und gleichzeitig passende Gewerbeobjekte gibt“, erklärt Schäffer. Im vergangenen Jahr dann erwarb die Igemet das denkmalgeschützte Gebäude Brückenkopf 2 von einer Erbengemeinschaft – inklusive des Anbaus Kaiserstraße 3.

Komplizierter Umbau

Eine Wahl, die von nicht wenigen Akteuren kritisch beäugt wurde. „Die Villa war nicht nur optisch angeknackst, auch innen war sie stärker beschädigt als angenommen. Es gab zahlreiche Rissbildungen und Hohlstellen“, erinnert sich Schäffer. In etwa eineinhalb Jahren wurde die heruntergekommene Fabrikantenvilla aufwendig saniert und erneuert. Aufräum- und Abbrucharbeiten standen auf dem Programm. Leichtbauwände, alle Versorgungsleitungen, der Öltank sowie diverse abgehängte Decken mussten raus. Eine echte Herausforderung war das, wie auch Henner Wolf vom Architekturbüro Lax und Wolf bestätigt. Das Mindener Architekturbüro zeichnete hauptverantwortlich für den Umbau. Inzwischen hat sich das denkmalgeschützte Gebäude zu einem echten Blickfang gemausert, gut sichtbar mit Blick auf die Weser und die Mindener Innenstadt von der östlichen Weserseite aus. Im April dieses Jahres wurden zusätzlich ein Parkplatzgrundstück für Stellplätze und eine ehemals gewerblich genutzte Fläche für einen Besprechungsraum gekauft. Aus dem einst baufälligen Gebäude ist ein echtes Schmuckstück geworden – für alle Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, wie Jürgen Kerner sagt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Kassierer der IG Metall. „Das neue Gewerkschaftshaus am Brückenkopf 2 wird ein Anlauf- und Identifikationspunkt“, ist sich Kerner sicher.