Kaufland schließt diesen Samstag

Kaufland schließt diesen Samstag

Der letzte große Lebensmittelmarkt verlässt die Mindener Innenstadt

An diesem Samstag ist es so weit: Der Kaufland in der Lindenstraße schließt. Der Mietvertrag endet zum 31. Januar 2018. Mit Kaufland verlässt der größte Ankermieter die Obermarktpassage und der letzte Lebensmittelladen die Mindener Fußgängerzone. Die Geschäftsentwicklung der Filiale sei rückläufig gewesen, erklärt das Unternehmen.

„Ein wirtschaftliches Betreiben dieser Filiale ist für Kaufland auf Dauer nicht mehr möglich“, sagt Unternehmenssprecherin Anna Münzinhg. Kaufland wolle seinen Kunden moderne und attraktive Einkaufsstätten bieten. Erst im vergangenen Jahr hatte der Lebensmittelriese angekündigt, Milliardensummen in die Modernisierung von 100 bis 120 deutschen Märkten zu investieren. „Modern, frisch und attraktiv“ sollen die Filialen erscheinen. Ein Ladenkonzept, das am Mindener Standort nur schwer umzusetzen schien. „Die Filiale hätte umfangreich modernisiert und umstrukturiert werden müssen“, erklärt Münzing. Angesichts des „des sehr schlechten allgemeinen Zustands der Immobilie, des erhöhten Leerstandes sowie des vorherrschenden Investitionsstaus“ sei die Geschäftsentwicklung in der Lindenstraße seit Jahren rückläufig. „Deswegen haben wir uns entschieden, den Betrieb nicht fortzusetzen.“ Pläne für eine neue Ansiedlung in Minden gebe es nicht.

„Nicht Aufgabe der Stadt, für Lebensmittelangebot zu sorgen“

Mindens Bürgermeister Michael Jäcke bezeichnet den Kaufland-Auszug als „sehr bedauerlich“. Viele Bürger würden sich enttäuscht zeigen, weil sie nun keine Lebensmittel in der Innenstadt bekommen können. „Es ist aber nicht Aufgabe der Stadt, für ein Lebensmittelangebot zu sorgen“, macht Jäcke deutlich. Das Einzelhandelskonzept der Stadt ermögliche es jedem freistehenden Geschäft in der Innenstadt, einen Lebensmittelmarkt zu eröffnen. Aktuell zeige aber kein Lebensmittelunternehmen Interesse, sich in der Innenstadt anzusiedeln. Das Parken in der Tiefgarage und die Eingangssituation würden die Passage unattraktiv erscheinen lassen für die Branche. Das hätte sich aus den Gesprächen mit Kaufland ergeben, sagt Jäcke.

Unklar, was mit den Mitarbeitern geschieht

Auf die Frage, was mit den 86 Mitarbeitern der Mindener Filiale geschehe, erhalten wir von Kaufland die gleichen Aussagen wie im Januar. Für die Mitarbeiter soll eine sozialverträgliche Lösung gefunden werden. Gemeinsam mit dem Betriebsrat sei ein Interessenausgleich und Sozialplan erarbeitet worden. Ob es inzwischen – kurz vor Torschluss – zu zufriedenstellenden Lösungen gekommen ist, wird nicht gesagt. Auch Mitarbeiter wollten sich dem MiKu gegenüber nicht äußern.