Butterpreise schnellen in die Höhe

Butterpreise schnellen in die Höhe

Darum ist das Streichfett auf einmal so teuer

Manch ein Kunde dürfte sich ungläubig die Augen reiben: Seit dem 1. September liegen die Butterpreise für 250-Gramm-Pakete bei Discountern bei 1,99 Euro. Vor etwa einem Jahr lag der Preis noch bei um die 75 Cent. Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW (LV Milch) sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen.

„Die Preise für Butter sind so hoch wie noch nie seit der Einführung des Euro“, sagt Frank Maurer, Pressesprecher der LV Milch. Innerhalb eines Jahres hat sich der Preis für den fettigen Brotbelag mehr als verdoppelt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine große Rolle spiele die Rohstoffverknappung, erklärt Maurer. „Die Zahl der Milchviehbetriebe ist um etwa zehn Prozent zurückgegangen. Es gibt weniger Milcherzeugnisse und dadurch auch weniger Fett. Die weltweite Nachfrage nach Butter ist aber gleichzeitig gestiegen.“ Hinzu komme der Imagewandel der Butter. „Natürliche und geschmacksintensivere Produkte boomen. Verbraucher und weiterverarbeitende Industrie setzen wieder stärker auf tierische Milchfette statt auf pflanzliche Fette. Außerdem sind Fette laut diverser Studien nicht so schädlich wie gedacht für den Cholesterinspiegel.“ Weitere Preissprünge erwarte Pressesprecher Maurer nicht. Ein halbes Jahr werde es aber sicher dauern, bis sich der Preis auf Normalniveau einpendle. „Wir freuen uns für Bauern und Molkereien, sehen den rasanten Preisanstieg aber nicht nur positiv. Verbraucher und weiterverarbeitende Industrie wie die Backbranche könnten doch wieder auf pflanzliche Fette umschwenken, wenn die Preise für Butter so hoch bleiben sollten“, erklärt der Pressesprecher der LV Milch.

Miriam Pöttker, Pressereferentin der Edeka Minden-Hannover, stützt die Befürchtungen von Frank Maurer: „Trotz der Preissteigerungen kaufen die Kunden weiterhin Butterprodukte. Allerdings ist ein Trend hin zu Produkten mit Rapsöl zu erkennen, diese werden verstärkt nachgefragt.“ Viele Butterprodukte sind aus den Kühlregalen heimischer Lebensmittelmärkte verschwunden. Bei Aldi kosten 250 Gramm Deutsche Markenbutter von Milsani inzwischen 1,99 Euro. „Weltweite Nachfrage und Einkaufspreise für Rahm steigen. Aus diesem Grund sind auch wir gezwungen, uns dem Markt anzupassen und unsere Preise zu erhöhen“, sagt Anna Steinweger, Sprecherin für die Einkaufsabteilung bei Aldi Nord. (ds)