Neue Hoffnung für die Obermarktpassage

Neue Hoffnung für die Obermarktpassage

Projektentwickler berichtet von Plänen und interessierten Investoren

Am 30. September verliert die Obermarktpassage mit Kaufland ihren größten Mieter. Bislang gibt es keinen Nachfolger für den Lebensmittelmarkt und die weiteren leerstehenden Geschäftsflächen. Auch die Stadthalle wird seit 2012 nicht genutzt. Projektentwickler Philipp Hausdörffer berichtet von neuen Konzepten und möglichen Käufern für die Passage.

„Ich bin so zuversichtlich wie seit Jahren nicht“, sagt Philipp Hausdörffer. Seit inzwischen sechs Jahren bemüht sich der Mindener Projektentwickler um neue Käufer und Mieter für die 1984 gebaute Obermarktpassage. Im Frühjahr dieses Jahres schienen die Mühen belohnt zu werden. Hausdörffer zufolge hat seine Investorengruppe mit Haupteigentümer Cerberus – ein US-Finanzinvestor – vielversprechende Verhandlungen über den Verkauf der Passage geführt. Am Ende seien die Gespräche aber gescheitert, weil Kaufland auszieht und Cerberus in der Folge zu viel Geld verlangt habe.

„Stadtteilzentrum“ in alter Obermarktpassage

Nun wagt Hausdörffer einen neuen Anlauf: „Es muss ein völlig neues und zukunftsfähiges Konzept für die Obermarktpassage her.“ Dem Projektentwickler schwebt ein „Stadtteilzentrum Obermarkt“ mit großem Unterhaltungspotenzial vor – er will „Erlebnis- und Begegnungsräume“ in dem einstigen Einkaufszentrum schaffen. Hausdörffer sähe das Gebäude gerne zweigeteilt. Die alte Stadthalle soll zum Entertainmentcenter umfunktioniert werden. Ein Kino soll hier unter anderem einziehen. Auf der ersten Ebene zur Obermarktstraße soll es Einzelhandel geben. Ein großes Lebensmittelgeschäft soll Kaufland ersetzen. In einer Markthalle sollen frische und regionale Lebensmittel und Waren angeboten werden. Veranstaltungs- und Sozialräume sollen alle Altersklassen zusammenbringen. Über eine Kunstmeile könnten die Besucher auch am Sonntag flanieren. Interaktive Schaufenster sollen es Kunden auch kleiner Geschäfte erlauben, sich vor Ort virtuell über Angebote zu informieren.

„Investoren sind überzeugt von dem Konzept“

Hausdörffer hat viele Ideen – umsetzen kann er sie allerdings noch nicht. Die Obermarktpassage liegt in den Händen von Cerberus und in den vergangenen Jahren wirkte das US-Unternehmen nicht wirklich interessiert an der Weiterentwicklung des Objekts. Hausdörffer braucht finanzstarke Partner, um Cerberus die Immobilie abkaufen und umgestalten zu können. Vergangene Woche hätten sich potenzielle Investoren und Architekten vor Ort über die Immobilie erkundigt, sagt der Mindener. Die Interessenten seien von seinem Konzept überzeugt. Unter allen Partnern herrsche Einigkeit. „Sie wollen in das Projekt investieren, aber nicht zu jedem Preis.“ Der Ball liege nun bei Cerberus, das Abstriche beim Verkaufspreis der Immobilie machen müsste. In den nächsten Wochen stünden Verhandlungen zwischen den Investoren und Cerberus an, sagt Hausdörffer. „Ich glaube, wir können uns auf einen vernünftigen Verkaufspreis einigen“, zeigt er sich zuversichtlich.

Projektentwickler Philipp Hausdörffer will aus der Obermarktpassage eine "Erlebnisstätte" machen.

Projektentwickler Philipp Hausdörffer will aus der Obermarktpassage eine „Erlebnisstätte“ machen.

Stadt Minden kennt die neuen Pläne nicht

Der Stadt Minden sei das aktuelle Konzept von Philipp Hausdörffer nicht bekannt, erklärt Pressesprecherin Susann Lewerenz auf MiKu-Nachfrage. „Unser Kenntnisstand ist, dass es derzeit keinen potenziellen Interessenten mit einem tragfähigen Konzept gibt.“ Auch die Stadt Minden habe in den vergangenen Jahren immer wieder Gespräche mit interessierten Investoren geführt und diese an den Eigentümer vermittelt, sagt Lewerenz. „Bislang hat sich hieraus aber noch keine konkrete Entwicklung ergeben.“ Ein eigenes Konzept hat die Stadt Minden nicht. Als Teileigentümer gehört ihr lediglich die Stadthalle. „Die Obermarktpassage kann nur als Ganzes funktionieren. Liegt ein gutes Konzept für die Passage vor, würden wir das als Stadt gerne mittragen und die Stadthalle in die Waagschale werfen. Der Preis spielt dabei keine Rolle“, erklärt Lewerenz. Der Stadt sei es nur wichtig, dass es vorangeht. „Das sieht aktuell aber leider nicht so aus.“