Mindener Fraktionen äußern sich zur Multihalle

Mindener Fraktionen äußern sich zur Multihalle

„Kosten für Multihalle genau überprüfen“

In unserer Ausgabe am 29. Juli haben wir berichtet, wie die Fraktionen der SPD, CDU, Grünen, Linken, Liberalen und des Bürger-Bündnisses Minden die geplante Multihalle einschätzen. In dieser Woche folgen die Äußerungen der verbliebenen Fraktionen und fraktionslosen Stadtverordneten zum Projekt auf dem Rechten Weserufer.

MI-Fraktion:
Die Ratsfraktion der Mindener Initiative (MI) begrüßt die breite Zustimmung der Ratsmitglieder. „Das sollte auch ein deutliches Zeichen für die Unternehmen und das wirtschaftliche Umfeld sein, dieses Großprojekt weiter zu unterstützen“, erklärt der Fraktionssprecher der Unabhängigen Wählervereinigung, Harald Steinmetz. Eine solche Eventhalle könne als sogenannter weicher Standortfaktor auch eine seit langem notwendige Initialzündung für die Stadtentwicklung auf dem östlichen Weserufer sein. „Wir müssen angesichts der besonderen finanziellen Herausforderung und der aktuellen Hinweise des Stadtkämmerers aber auch die zukünftigen Belastungen durch Invest und jährliches Defizit gründlich überprüfen und abwägen“, betont Steinmetz.

AfD-Fraktion:
Die AfD-Fraktion unterstützt grundsätzlich die Bemühungen, das rechte Weserufer sinnvoll zu entwickeln. Auch sei die Fraktion für eine Multifunktionshalle, sofern die Wirtschaftlichkeitsanalysen ein positives Ergebnis ergeben. Unabhängig davon sei jedoch festzustellen, dass eine vorherige komplette Sanierung des verseuchten Bodens unumgänglich sei. Die in der Sondersitzung von Frau Herziger-Möhlmann eingebrachten Recherchen lassen einen erheblichen Kostenaufwand befürchten. Sollte der für Minden verbleibende Kostenanteil zu hoch sein, müsste der AfD zufolge eine Sanierung des Geländes in Teilstücken erfolgen. In diesem Falle wäre jedoch ein Großprojekt, wie die Multifunktionshalle, zum gleichen Zeitpunkt nach momentanen Kenntnissen kaum umsetzbar.

Dr. Alf Domeier (Liberal Konservative Reformer):
Auch ohne Berücksichtigung der Grundstückskosten bewegt sich der gegenwärtig absehbare finanzielle Gesamtaufwand für die Umsetzung des Projektes auf eine Größenordnung von etwa 45 Millionen Euro zu. Im Jahresabschluss 2016 fordert der Kämmerer eindringlich „weitere eigene Konsolidierungsmaßnahmen“. Dr. Alf Domeier sei völlig unverständlich, dass vor diesem Hintergrund der Bürgermeister und der Baubeigeordnete das Projekt durchzusetzen versuchen, obwohl für die Rathaussanierung bereits 35 Millionen bewilligt wurden.

Hintergrund

Die angedachte Veranstaltungs- und Kongressarena auf dem alten Güterbahnhof soll die sanierungsbedürftige Kampa-Halle ersetzen. Der reine Bau der Multihalle soll 25,3 Millionen Euro kosten. Dazu gesellen sich Beiträge für Baukostensteigerungen, Außenanlagen und Parkflächen. Insgesamt schätzt Stadtkämmerer Norbert Kresse die Kosten auf 34,4 Millionen Euro. Die Halle soll 5.500 Zuschauern Platz bieten.