"Nazi-Gold" auf der "Minden"?

„Nazi-Gold“ auf der „Minden“?

Schatzsucher entdecken sagenumwobenes Schiffswrack vor Island

„Minden“ ist endlich entdeckt worden – und erlangt prompt zweifelhafte internationale Berühmtheit. Englischen Boulevardblättern zufolge haben britische Schatzsucher das gesunkene Schiffswrack des Frachters „SS Minden“ gefunden. An Bord befindet sich angeblich „Nazi-Gold“ im Wert von fast 112 Millionen Euro.

18 Jahre alt wurde die „SS Minden“ nur. 1921 wurde sie von der Reederei Norddeutscher Lloyd in Stettin gebaut. Bereits 1939 war es um das 117 Meter lange Dampfschiff wieder geschehen. Es wurde versenkt. Von der eigenen Besatzung. 150 Kilometer vor der isländischen Küste, genauer: Vor der Stadt Höfn. Adolf Hitler selber soll den Schiffsoffizieren laut britischer Medien befehligt haben, die „Minden“ im Atlantik zu versenken. Denn die „Minden“ ist von zwei britischen leichten Kreuzern gejagt worden. Und Hitler habe unter allen Umständen verhindern wollen, dass die Briten in den Besitz der wertvollen Fracht des Transportschiffs kommen: Gold im Wert von 100 Millionen Britischen Pfund, umgerechnet 112 Millionen Euro. Angeblich wollte die Banco Germánico de la Amèrica, eine brasilianische Tochter der Dresdner Bank, das Gold zurück in die Heimat nach Deutschland transportieren.

Diese Geschichte erzählen sich zumindest die britischen Schatzsucher der „Advanced Marine Services“, die das Wrack der „SS Minden“ im April vor Island gefunden haben. Laut britischer Boulevardmedien haben die Schatzsucher im Postraum des Schiffs eine Kiste aufgespürt, in der sie das „Nazi-Gold“ vermuten. Vergangene Woche wurden dann auch die isländischen Behörden aktiv: Sie wunderten sich, dass sich die „Seabed Constructor“, das Bergungsschiff der Schatzsucher, so verdächtig lange – ohne Genehmigung – an einer einzigen Stelle aufhält. Die britischen Schatzsucher haben inzwischen bei der isländischen Umweltagentur beantragt, das versunkene Transportschiff bergen und nach Großbritannien überführen zu dürfen. Die Behörden müssen nun die Besitzverhältnisse klären: Gehört das Wrack den britischen Findern oder dem isländischen Staat? Erst, nachdem diese Frage geklärt worden ist, werden wir vermutlich erfahren, ob es tatsächlich Gold an Bord gibt.

Übrigens: Die Besatzung der „Minden“, die das Schiff 1939 eigenhändig im Atlantik versenkt hatte, wurde vollständig gerettet, vom britischen Schiff HMS Dunedin.