Lisa - Der Film

Lisa – Der Film

Lebensgeschichte der Nordhemmerin Lisa Krudup ist verfilmt worden

Jeder Mensch sei ein Original, und man könne über jeden ein Buch schreiben, sagt Pastor Helmut Niedermeier zu Beginn des Films. Aber das Original Lisa passt eben nicht zwischen zwei Buchdeckel, und so entstand etwas ganz Besonderes.

Der Pastor hatte einst die Idee, die Lebensgeschichte von Lisa Krudup aus Nordhemmern zu dokumentieren. Im Gespräch mit Lisas Sohn Peter entwickelte sich das Ganze zu einem Filmprojekt. Entstanden sind 90 Minuten Porträt, aber zugleich auch Zeit- und ganz viel Dorfgeschichte mit eingeblendeten historischen Aufnahmen. Wolfgang Schimmack, Leiter einer Bielefelder Werbeagentur, kam als Freund von Peter Krudup von Behren hinzu und übernahm den Dreh an Originalschauplätzen und mit Zeitzeugen. Zehn Tage währten die Dreharbeiten, bei denen typisches Alltagsleben eingefangen wurde. Es gab keine Proben und keinen zweiten Anlauf für eine Szene. Die erste Version des Films dauerte noch zweieinhalb Stunden. Das aber musste dann doch schweren Herzens eingekürzt werden. „Lisa – Der Film“ hat als Unterzeile die Frage bekommen „Sind Sie Lisa?“ und die wiederum basiert auf einer Anekdote, als die Hauptdarstellerin bei einem Seminar in Münster von einer Teilnehmerin mit ebenjenen Worten angesprochen wurde. Darauf wollte sie nun mit dem Film eine Antwort geben.

Am 20. Mai kamen fast 100 Gäste zur Filmpremiere in den Bürgerraum von Nordhemmern. Einige passten gar nicht mehr rein und gingen wieder nach Hause. Diejenigen aber, die einen Platz ergattert hatten, erfuhren vom Lebenslauf der Lisa, die offiziell Luise heißt. Gestartet wurde natürlich zunächst mit der Kindheit in der Familie Barrakling, die eine Schmiede in Nordhemmern betrieb. Später machte Lisas Vater eine Bäckerei und einen Kolonialwarenladen daraus – der zentrale Kommunikationsmittelpunkt im Dorf! Schulzeit, Jugend, Familienleben, Nachbarschaft, Kirche, Sport… Kapitel für Kapitel geht es im Gespräch und im Monolog der heute 85-Jährigen (und Mutter von vier Kindern) durch die Jahrzehnte, mit allen Höhen und Tiefen. Bis hin zur Wassergymnastik im Kurhaus Pivittskrug, der Pflege des Plattdeutschen, dem Einsatz innerhalb des Seniorenbeirats der Gemeinde Hille und zum Engagement für eine syrische Familie. Wobei natürlich das Musikalische bei Lisa nie fehlen darf. Sie singt gern und beherrscht für jede Situation die passenden Lieder!

Weitere Filmvorführungen sind geplant, und Lisa Krudup freut sich auch darauf, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Man soll sich darüber austauschen. Deshalb lässt sie sich gern einladen. Eigene Erinnerungen sollen mit dem Streifen geweckt werden, an längst Vergangenes. Und wer das daheim tun möchte, der kann die CD zu einem Preis von zehn Euro erwerben, inklusive Begleitheft (das kostet separat 2 Euro). Beispielsweise beim Pivittskrug in Rothenuffeln sind die Filme erhältlich.