Mittelalter-Fans feiern das Wochenende

Mittelalter-Fans feiern das Wochenende

MPS Abschiedstour auf dem Schlossgelände

Die vibrierenden Dudelsackklänge und die stampfenden Beats gehen sofort in Mark und Bein: Das Mittelalterliche Phantasie Spectaculum (MPS) auf dem Bückeburger Schlossgelände weckt unweigerlich längst verloren gegangene Instinkte aus einer Zeit von Pest und Met. Eingängige Melodien erzeugen Trancezustände und da hilft nur: Mittanzen, mitklatschen, mitvibrieren.

Am vergangenen Wochenende startete das MPS seine „Abschied vom MPS – noch zwei phantastische Jahre-Tour 2017“ bei bestem Sommerwetter und mit gewohnt „voller Hütte“. Ein Wiedersehen gab es mit vielen beliebten Bands aus der Mittelalterszene: So auch mit den Schotten von Saor Patrol, die neben ihren Songs auch eine Modedesignerin dabei hatten. Sie präsentierte Kilts und eine schicke Kombi aus Weste und Rock für die Frau. Den Erlös für die Kleidung nutzen die Jungs von Saor Patrol für Duncarron – dem Nachbau eines befestigten Dorfes aus dem frühen Mittelalter Schottlands. Vorsitzender des Vereines für schottisches Kulturerbe ist Charlie Allan, der Kopf von Saor Patrol. Nicht erst seit Eugen Herrigels Buch „Der Zen in der Kunst des Bogenschießens“ weißman, das Bogenschießen nicht einfach wie Bälle auf Dosen werfen funktioniert. Trotzdem konnten sich Interessierte beim MPS auf ein Kurzabenteuer (6 Schuss, 2 Euro) in Sachen Pfeil und Bogen auf eine Kartoffelsackziege ausprobieren. Wer ein ordentliches Sümmchen vom Konto abgehoben hatte, konnte sich auf dem Handwerkermarkt austoben: Lederwaren, punzierte Gürtel, Messingschilder, Kostüme, mittelalterliche Gewandungen, Trinkhörner, Edelsteine „alles war zu haben“. Veranstalter Gisbert Hiller freute sich derweil via Facebook-Seite über Besucherrekorde auf dem Gelände und der Campsite. Ist Bückeburg neben Hamburg-Öjendorf doch eines der beliebtesten Schauplätze des reisendenden Mittelalterfestivals. Mächtig heiß wurde es bei der Schmiedekunst von „Thoringur“.
Sandro Dorst und sein Team zeigen alte Schmiedetechniken vor den Augen der MPS-Besucher. „Die Installationen der großen mittelalterlichen Schmiede verkörpert den stationären Charakter historischer Schmieden, wie sie zu Dom-Burgen- oder Klosterbauzeiten Vorort entstanden sind“, so Dorst. Wer Lust hat das MPS in Bückeburg noch einmal zu erobern, der kann das am kommenden Wochenende, 15. und 16. Juli. Am Samstag von 11 bis 0 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 19.30 Uhr.