Neuer Chef für die Mindener Stadtwerke

Neuer Chef für die Mindener Stadtwerke

Matthias Partetzke wird hauptamtlicher Geschäftsführer

Matthias Partetzke wird zum 1. Januar 2018 Geschäftsführer der Mindener Stadtwerke GmbH und ihres Schwesterunternehmens Mindener Wasser GmbH. Das haben Aufsichtsratsvorsitzender Michael Buhre und die beiden bisherigen Geschäftsführer Joachim Schmidt und Susanne Treptow bei einem Pressegespräch im Mindener Rathaus mitgeteilt.

Seit ihrer Neugründung im Jahr 2013 werden die Mindener Stadtwerke nebenamtlich geleitet von Joachim Schmidt von der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderung (MEW) und von Susanne Treptow, Geschäftsführerin der Hamelner Stadtwerke. Diese Doppelspitze wird es bald nicht mehr geben: Matthias Partetzke wird alleiniger hauptamtlicher Geschäftsführer. „Der Zeitpunkt ist ideal“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Michael Buhre. Die Stadtwerke wachsen. Ursprünglich als reiner Energievertrieb gestartet, kümmern sie sich inzwischen auch um die Wasser- und Stromversorgung Mindener Bürger. Susanne Treptow zufolge lag die Bilanzsumme im vergangenen Jahr bei etwa 85 Millionen Euro. Der Umsatz betrug 18 Millionen Euro und es wurde ein Gewinn von 2,5 Millionen Euro erwirtschaftet. 2015 lagen Bilanzsumme und Überschuss bei 37,6 und 1,2 Millionen Euro. Den neuen Geschäftsführer hat man über einen Personalberater gefunden. Am 08. Mai votierte der Aufsichtsrat einstimmig für Matthias Partetzke. Er ist 1971 in Hannover geboren, verheiratet und Vater zweier Kinder. Nach einer Ausbildung zum Heizungs- und Lüftungsbauer, studierte er Ver- und Entsorgungstechnik und sattelte später noch erfolgreich ein Wirtschaftsingenieurstudium drauf. Derzeit fungiert Partetzke als Vorstandsvorsitzender bei „Ineg“, einem Ingenieurbüro in Bad Iburg. Dort realisiert er bundesweit Energieanlagen. Zuvor war er in leitender Position bei den Stadtwerken Lengerich und beim Teutoburger Energie Netzwerk in der Nähe von Osnabrück.

Gasumstellung bis 2025 als „Riesenprojekt“

Matthias Partetzke hat durch eine Stellenanzeige in der Zeitung für kommunale Wirtschaft von dem Posten in Minden erfahren. Ihn reize es, ein junges Stadtwerk mit aufzubauen. „Ich will die Verbundenheit der Mindener Bürger mit ihren Stadtwerken stärken und uns als Energiedienstleister weiter etablieren“, erklärt Partetzke. Es sei die richtige Entscheidung der Stadt gewesen, die Energieversorgung wieder in kommunale Hände zu legen. „Mut zahlt sich aus, wie wir jetzt sehen.“ Und Partetzke hat bereits weitere Ziele vor Augen. So besäßen die Mindener Stadtwerke zu viele Standorte. „Sicher können wir welche zusammenlegen.“ Zudem will er die gute Trinkwasserqualität gewähren und die Energiewende vorantreiben, indem die CO2-Ausstöße verringert werden. Er könne sich beispielsweise vorstellen, Blockheizkraftwerke zu bauen. „Wir können zu einem Vorreiter für erneuerbare Energien in der Region werden“, erklärt Partetzke seine Ambitionen. Die größte Herausforderung steht ihm aber in der Erdgasumstellung bevor. Weil die Niederlande künftig kein Gas mehr nach Deutschland transportieren, müssen alle Haushalte ihre Heizungen und Gasherde von L-Gas auf H-Gas umstellen. Das H-Gas kommt aus Russland kommt und weist höhere Brennwerte auf. Die Umstellung muss bis 2025 erfolgen – und die wird in Minden von den Stadtwerken koordiniert. „Da liegt ein Riesenprojekt vor uns“, blickt Partetzke in seine (Mindener) Zukunft.