Wenn die Trickbetrüger klingeln

Wenn die Trickbetrüger klingeln

Miese Maschen von Betrügern in Minden-Lübbecke

Sie rufen an und geben sich als Familienmitglied aus; sie lauern an der Tür, getarnt als Handwerker, Vertreter oder sogar Polizisten: Trickbetrüger, die mit ihren miesen Maschen den Menschen das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Auch in Minden-Lübbecke sind immer wieder solche Betrüger unterwegs, die mit den unterschiedlichsten, perfiden Tricks die Gutmütigkeit der Bevölkerung ausnutzen.

Gutgläubigkeit und Unachtsamkeit

Man hört es immer wieder: Dubiose Gestalten schleichen durch die Stadt oder Nachbarschaft, sprechen die Menschen unter unterschiedlichen Vorbehalten an oder klingeln an der Haustür. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit oder zuviel Gutgläubigkeit und schon ist es geschehen: die Geldbörse fehlt, das Ersparte wurde geraubt und obendrein ist das Vertrauen in die Menschen erschüttert. Trotz aller Warnungen werden immer wieder Menschen Opfer von Trickbetrügern, die mit ihren miesen Tricks die Menschen um ihre Wertsachen bringen. „Meist sind es natürlich Erwachsene, die ins Visier von Trickbetrügern geraten. Besonders ältere Leute werden gerne als Opfer gewählt, da diese zumeist sehr hilfsbereit sind. Manchmal hören oder sehen sie schon schlechter und sind, wenn sie alleine leben, oft zu gutgläubig den Betrügern gegenüber“, berichtet Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei Minden. Dies bestätigt auch Friedhelm Tegeler, Außenstellenleiter des Weißen Rings im Minden. „Oft sind es die Älteren, die Trickbetrüger hereinlassen, dann mit einem Vorwand abgelenkt werden, damit der oder die Täter die Wertsachen an sich nehmen können.“ Die Folgen seien, neben dem Verlust der Wertsachen oder des Geldes, oft Scham und Selbstvorwürfe seitens der Opfer. Dies führe auch oft dazu, dass Fälle von Trickbetrug gar nicht erst zur Anzeige kommen, da sich die Opfer schämen würden. „Doch wenn was passiert ist, sollte man keine Scheu haben die Polizei zu verständigen. Schließlich sind diese Trickbetrüger oft wirklich gute Schauspieler, sodass es jedem mal passieren kann, auf so eine Person hereinzufallen“ erklärt Ralf Steinmeyer auf MiKu-Anfrage.

Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei: „Die Maschen sind so vielfältig wie die Fantasie der Betrüger.“

Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei: „Die Maschen sind so vielfältig wie die Fantasie der Betrüger.“

Zahlreiche Wege der Abzocke

„Leider sind die Maschen der Betrüger so vielfältig wie deren Fanatasie“ berichtet Steinmeyer weiter. Mit den einfachsten Dingen wie einem Blaumann oder einen gefälschtem Ausweis würden es die Betrüger schaffen, sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen oder sich anderweitig das Vertauen des Gegenübers zu erschleichen. Dabei reichen die Maschen vom allseits bekannten Enkeltritt über Gewinnversprechen, das Ausgeben als eine Amtsperson und Rempel- und Spendentricks bis hin zu Trickbetrug über das Internet. Das Netz stelle für Betrüger einen „neuen Markt“ dar, um Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen, erläutert Steinmeyer weiter. Auch hier seien die Maschen so unterschiedlich wie perfide: in Kontaktbörsen würde Liebe vorgespielt, um irgendwie an Geld zu gelangen, Mails mit schadhaften Anhängen würden verschickt, oder falsche Geld- und Inkasso-Institute würden offene Beträge fordern, die es nie gegeben hat. Und gerade bei Betrügereien im Internet, als auch im realen Leben, stehen die Behörden und Polizei vor der Schwierigkeit, die Täter zu ermitteln. Beim Internetbetrug schütze die Anonymität die Täter, berichtet Ralf Steinmeyer. Aber auch bei Fällen an der Haustür, am Telefon oder einfach auf der Straße seien die Personenbeschreibungen der Zeugen oft ungenau; meist gehe alles sehr schnell und hinzu komme noch, dass die Betrüger oft die „Einsatzorte“ wechseln oder mit mehreren Tätern gleichzeitig in Erscheinung treten würden. So versuchten beispielsweise diese Woche ein Mann und eine Frau per Telefon als Angehörige getarnt sich Geldbeträge zu ergaunern, scheiterten aber an der Achtsamkeit der Angerufenen. Anfang Juni waren es Männer, die bei mehreren Personen in Minden-Lübbecke als falsche Polizisten getarnt anriefen und Informationen über die finanziellen Verhältnisse bekommen wollten. Doch auch diese Betrüger scheiterten (Pressemeldungen der Polizei Minden-Lübbecke). „So wie die Trickbetrüger kommen und gehen, so wandeln sich auch die Maschen immer wieder. Daher kann man die Leute nur immer wieder zu Vorsicht ermahnen“.

Niemand Fremdes ins Haus lassen und bei verdächtigen Anrufen am besten sofort auflegen!

Niemand Fremdes ins Haus lassen und bei verdächtigen Anrufen am besten sofort auflegen!

Vorsicht und Vorbeugung

Die Polizei stelle jedoch erfreulicherweise immer wieder fest, dass sich viele Menschen gegenüber Betrüger richtig verhalten würden und achtsamer geworden seien, so Steinmeyer weiter. Daher werde auch weiter Präventions- und mediale Arbeit geleistet, um zu warnen und ein Bewusstsein für Betrügereien zu schaffen. Dem schließt sich auch Friedhelm Tegeler an, der bei seiner Arbeit für den Weißen Ring oft Vorträge zu diesem Thema hält, gemeinsam mit dem Kommisariat Prävention und Opferschutz der Polizei. Bei solchen Vorträgen oder auch Ortsterminen würden sie Beraten, Aufklären und vor allen Dingen zu Vorsicht anhalten, erklärt Tegeler. Auch Ralf Steinmeier sagt, das Angehörige insbesondere Senioren dazu anhalten sollen, misstrauisch zu sein und niemand Fremdes ins Haus zu lassen.

Das richtige Verhalten bei verdächtigen Anrufen und Personen an der Tür

Bei unerwünschten Anrufen sofort auflegen. Wenn möglich, kann man sich die Nummer des Anrufers notieren. Man sollte sich auf keine Diskussionen einlassen und keinerlei Informationen über einen selber, sein Umfeld und seine finanziellen Verhältnisse heraus geben. Generell sollte Misstrauen angebracht sein, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die man nicht kennt. Bei Zweifeln kann man auflegen und die angeblichen Verwanten oder Bekannten selber anrufen. Grundsätzlich sollten Angebote, die am Telefon gemacht werden, abgelehnt werden. Offizielle Stellen fordern niemals telefonisch zur Zahlung eines Geldbetrages oder Bußgeldes auf, solchen Forderungen sollte keinesfalls nachgegangen werden. Auch werden weder Geheimnummern oder Passwörter von offiziellen Stellen nachgefragt, auch diese sollte nicht heraus gegeben werden. Bei verdächtigen Personen an der Haustür: niemals rein lassen und erst recht kein Geld übergeben. Bei Verdachtsmomenten die Person wegschicken oder draußen warten lassen, die vorgegebene Identität nachprüfen und gegebenenfalls die Polizei verständigen.