Schiffsanleger Heisterholz offiziell genehmigt

Schiffsanleger Heisterholz offiziell genehmigt

Einweihungsfeier der Anlage am 26. August

Die Arbeiten am Schifsanleger Heisterholz biegen auf die Zielgerade ein. Im Beisein von Bürgermeister, Stadtverordneten und Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) hat die Bezirksregierung dem Schiffsanlegerverein die Plangenehmigung erteilt. Am 26. August soll die offizielle Einweihungsfeier des Schiffsanlegers stattfinden.

Zu Beginn der Arbeiten an der Anlage habe der Umgang mit den Behörden durchaus Schwierigkeiten offenbart, sagte Ulrich Lange, Vorsitzender des Schiffsanlegervereins Petershagen. „Ich habe viel gelernt im vergangenen Jahr. Es ist nicht leicht, die Interessen so vieler Akteure unter einen Hut zu bringen. Im Nachhinein aber sind die Bürger und auch ich aber überrascht, wie gut und schnell die Zusammenarbeit funktioniert hat“, erklärte Lange. Vor etwas mehr als einem Jahr haben die Stadt Petershagen und der „Förderverein des Naherholungsgebietes Schiffsanleger Petershagen“ einen ersten Pachtvertrag unterzeichnet. Im Oktober folgte der zweite. Der Verein wollte und sollte den Schiffsanleger neugestalten und betreiben – finanziell unterstützt von der Stadt Petershagen und eng abgestimmt mit dem WSA und der Bezirksregierung Detmold. Heute steht die neue Anlage vor ihrer Vollendung. Barbara Späth von der Bezirksregierung bedankte sich beim Verein für die Geduld und das „enorme Tempo, in dem die Mitglieder im vergangenen Jahr gearbeitet haben“. Der Schiffsanleger würde die Stadt Petershagen erheblich bereichern. Die Bezirksregierung habe sich bemüht, so schnell es geht die Genehmigung zu erteilen. Innen- und Außenanlagen sowie der Landschaftsschutz würden in den Papieren auftauchen. Das sei nicht üblich. „Aber wir wollten alles unterbringen, um die Zeit des Verfahrens zu verkürzen“, erklärte Späth.

Ulrich Lange (rechts) erklärt, was es am Schiffsanleger noch zu tun gibt.

Ulrich Lange (rechts) erklärt, was es am Schiffsanleger noch zu tun gibt.

Bei einem kurzen Rundgang gewährte Ulrich Lange den Gästen einen Einblick in die aktuellen Arbeiten. Anleger, Slipanlage und Schwimmsteg stehen bereits parat und können in den nächsten Wochen ins Wasser gelassen werden. Im Winter oder bei Hochwasser könne der Schwimmsteg problemlos aus dem Wasser gehievt und abmontiert werden. Auch die Stromversorgung soll in Kürze stehen. Wenn alles fertig ist, soll der Platz noch „ein bisschen aufgehübscht werden“, erklärte Lange. Er hoffe, dass sich der Schiffsanleger wieder zu einer festen und verlässlichen Größe in Petershagen entwickelt. Zwei Schifffahrtsgesellschaften würden wieder in Heisterholz anlegen wollen. Lange rechne mit zwölf Bootsplätzen. Fünf bis sechs Interessenten habe er bereits zugesagt. „Wir könnten wahrscheinlich viermal so viele Plätze vermieten.“ Am 26. August soll der neue Schiffsanleger, offiziell eingeweiht werden. „Sobald der Betrieb aufgenommen wird, will ich mir das alles dann mal vom Liegestuhl aus anschauen. Meine Familie freut sich sicher auch, wenn ich nicht mehr ganz so viel Zeit am Schiffsanleger verbringe“, erklärte Lange zum Abschluss der Führung.

Hintergrund

Seit dem 1. April 2015 sind der Anlegebereich sowie die Slipanlage des Schiffsanlegers Heisterholz aufgrund starker Korrosionsschäden gesperrt gewesen. Im Februar 2016 plante der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus der Stadt Petershagen eine naturnahe Ufergestaltung, mit Inseln und Flachwasserzonen für Flora und Fauna. Eine Bürgerinitiative lehnte die Pläne der Verwaltung ab und wollte die Anlage weiterhin für Freizeitaktivitäten genutzt wissen. Die Bürger schlugen vor einen Förderverein zu gründen, der den Anleger für den symbolischen Preis von einem Euro von der Stadt pachten und ihn eigenverantwortlich sanieren und betreiben sollte. Der Haupt- und Finanzausschuss unterstützte die Pläne. Ende April unterzeichneten Verein und Stadt einen ersten Pachtvertrag, in dem die landseitige Nutzung des Geländes festgelegt wurde. Im zweiten Pachtvertrag wurden dem Verein Finanzhilfen von bis zu 80.000 Euro zugesichert. Der Verein wird Standgebühren erheben und Jahreskarten für Stellplätze vergeben und ist zuständig für die Instandhaltung der Anlage und Pflege der Grünflächen.