Lihra meint...

Lihra meint…

Was Minden von Bob dem Baumeister lernen kann

Vielleicht sagen Sie sich jetzt, nachdem Sie die Überschrift gelesen haben: der Lihra ist nicht mehr normal! Was will er uns mit dem Kinderkram denn sagen? Die letzten Tage sind wohl zu heiß gewesen. Nein, so ist das nicht. Schon viele Politiker haben sich bei Bob etwas ausgeborgt wie einen Akkuschrauber übers Wochenende. Barack Obama zum Beispiel mit seinem Spruch: „Yes, we can.“ Nachdem er damals in den Vorwahlen einen Rückschlag hinnehmen musste, hielt er eine Rede vor seinen frustrierten Anhängern, die er unbedingt wieder einschwören musste. Und da ist ihm Bob der Baumeister eingefallen. „Yes, we can.“ Eigentlich, Sie erinnern sich, war es gar nicht Bob, der diesen Spruch prägte, sondern sein sprechender Fuhrpark. Baggi und Buddel, der gelbe und der rote Schaufelbagger, Heppo, der blaue Hebekran und all die anderen freundlichen Baumaschinen. wenn Bob fragte: „Can we fix it?“ (Können wir es reparieren?), antworteten sie: „Yes, we can.“

Und auch Angela Merkel hat sich bei Bob bedient. Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise 2015 sagte sie: „Wir schaffen das!“ Somit befinden wir uns keineswegs nur in der plastikbunten Kinderwelt, sondern im harten Erwachsenenleben. Beim Konstruieren des großen Ganzen kommt es wie bei Bob dem Baumeister aufs Team Building an. Darauf, dass wir das richtige Mischungsverhältnis von Sand, Kies, Zement und Wasser hinbekommen um daraus Beton herzustellen. Wir müssen, wie der Baumeister, zum Moderator unserer Befindlichkeiten werden. Egal, ob wir uns mit dem schüchternen Bagger identifizieren oder dem sensiblen Kran, ob wir zu der Bürgermeisterin bei Bob halten, die ihr Fähnlein in den Wind hängt, Bob schenkt allen sein Vertrauen. Er baut auf. Er baut sein Team wieder auf! Bob ist eigentlich der Chef, den wir uns alle wünschen. Der Macher, der uns das Abflussrohr befreit, dem wir getrost die Regierungsgeschicke überlassen können.

Schauen wir einmal auf unsere schöne Stadt Minden. Baustellen gibt es hier ohne Ende. Baustellen, auf denen wir uns einen Macher wie Bob den Baumeister wünschen. Der Vertrauen schafft, der Mut macht, dem wir getrost das Schicksal unserer Stadt in die Hände legen. Auf jeder Baustelle geht einmal etwas schief. Es gibt Missgunst, vielleicht sogar Sabotage. In Minden ist auch so einiges schief gelaufen. Die einen wünschten sich etwas anderes, als das, was eingetroffen ist. Die Obermarktpassage ist so etwas. Wie viele tiefe Risse sind hier inzwischen entstanden. Wieviel Steine wurden hier in den Weg gelegt. Hier wird ganz dringend ein Macher benötigt, der aufbaut, der den gelben Helm aufsetzt, der den Daumen hoch macht. Wir schaffen das. Great!

Nehmen wir die Multifunktionshalle auf dem rechten Weserufer. Wieviel ist hier schon vorab schief gelaufen. Wie ungenau sind die Planungen. Wie hoch sind die Kosten wirklich? Dabei könnte eine Multifunktionshalle dieser Weserseite einen riesigen Schub nach vorgeben. Aber dazu benötigen wir einen Bob, der den gelben Helm aufhat. Wir schaffen das! Great!

Wir benötigen für die Industriebrache der ehemaligen Gerresheimer Glasfabrik einen solchen Baumeister. Der der Sabotage und der Missgunst Einhalt gebietet. Der vermittelt zwischen den Nickligkeiten der Menschen, die bisher daran herumgefuhrwerkt haben. Ach, es gibt noch so viele Baustellen auf denen wir Bob den Baumeister benötigen. Dabei gibt es doch so viel Schönes bei uns. Das beste und jüngste Beispiel ist doch am letzten Samstag Martini um 12 gewesen. Welch eine Superstimmung hatten wir in unserer tollen Stadt. Da haben sich die Magaritkas einfach mal den gelben Helm aufgesetzt und das Volk angeführt. Es geht doch. Urlaubsstimmung pur. Warum nicht auf den Mindener Baustellen so verfahren? Den gelben Helm aufsetzten! Wir schaffen das! Great!