Lihra meint...

Lihra meint…

Wunschlos glücklich?

„Wunschlos glücklich“ – das sind wohl die wenigsten Menschen. Wünsche und Träume zu haben ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Was ist, wenn sich diese Wünsche nicht mehr verwirklichen lassen? Ob durch Krankheit, Alter oder weil man in seinem Leben aufgegeben hat. Es ändert sich ja doch nichts. Hat ja alles keinen Zweck mehr. Ist mir doch langsam egal, ich stehe auf der Schattenseite des Lebens.

Jede und jeder von uns hat sich von irgendwelchen Wünschen schon verabschieden müssen. Klar, nicht alles ist erfüllbar. Vor Jahren gab es mal eine Werbung der Sparkassen: Mein Auto, mein Haus, meine Yacht, oder so ähnlich. Es wurde uns vorgegaukelt, alles wäre erreichbar. Ist es aber nicht. Viel zu häufig sind unsere Träume nicht zu realisieren.
Jetzt las ich von einem Wünschewagen, den der Arbeiter-Samariter-Bund ins Leben gerufen hat. In der Region Ruhr gibt es diesen schon, in Schleswig-Holstein auch. Was ist das? Der ASB unterstützt mit diesem Wünschewagen Menschen, denen für das Erreichen letzter Wunschziele nicht mehr viel Zeit bleibt. Unbürokratisch und auf dem schnellsten Wege bringt er die Fahrgäste an das gewünschte Ziel – sei es ein letzter Urlaub am Meer, die Teilnahme an einem Familienfest oder vielleicht der Besuch eines Ortes der eigenen Lebensgeschichte. Viel zu häufig sind diese und andere Träume nicht zu realisieren.

Und da gibt es nun Menschen, die anderen dabei helfen, dass sich ein Traum, ein Wunsch, noch einmal erfüllt. Respekt vor diesen und anderen Ehrenamtlichen, die sich selbstlos für die Träume anderer einsetzen. Ihnen helfen, dass das Leben ein Stück lebenswerter, glücklicher wird. Es gibt viele Bürger in Minden und Umgebung, die so etwas tun. Ich denke da an die Flüchtlingshelfer im Ehrenamt, die „grünen Damen“ im Klinikum, die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Mindener Kinderhospitz, beim Roten Kreuz oder wo auch immer selbstlos geholfen wird. Ich kann hier wirklich nicht alle aufzählen. Es sind so viele, die einen Wünschewagen fahren.
Aber es gibt auch die anderen die dafür sorgen, dass Wünsche nicht realisiert werden. Aus welchen Gründen auch immer. Manchmal sind es finanzielle Zwänge. Manchmal ist es Unlust, auch Unbeholfenheit. Es gibt viele Gründe, warum Wünsche wie Seifenblasen zerplatzen. Auch bei uns in Minden.

Hier einmal ein Beispiel vom letzten Wochenende: Am Klausenwall muss derzeit das Kanalnetz erneuert werden. Das ist nun einmal notwendig und darum muss auch eine Sperrung erfolgen. Verständlich. Nur Busse der ÖPNV und Einsatzfahrzeuge der Polizei und Feuerwehr können den Baustellenbereich passieren. Eine weiträumige Umleitungsstrecke wurde eingerichtet. Alles nachvollziehbar. Nur was unbegreiflich ist, ist der Termin. Die Sperrung wurde am Freitag, dem 26. Mai 2017 eingerichtet, obwohl am Sonntag, dem 28. Mai in Minden verkaufsoffener Sonntag war und die Geschäfte so dringend auf die Besucher angewiesen sind. Der Onlinehandel nimmt der Innenstadt immer mehr Umsätze weg. Und somit brauchte man viele Menschen in der Stadt um einen Teil davon aufzufangen.
Warum ist es nicht möglich gewesen, die Baustelle erst am Montag, dem 29.05. einzurichten? Die Planung dieser Angelegenheit lag in den Händen der Stadtplanung. Warum ist man hier so gleichgültig? Warum nur ein Schulterzucken? Das Argument: die Baustellen-Einrichtungsfirma steht nicht Tag für Tag bereit. Wenn die am Freitag nicht einrichten können, dann erst wieder Wochen später. Aber mit ein wenig Nachdenken hätten die Schranken und Begrenzungen in dem Bereich rechts und links des Klausenwall so angeordnet werden können, dass am Montagmorgen die Mitarbeiter der städtischen Betriebe die Verschiebung der Einrichtungen um maximal 3 – 4 Meter auf den Klausenwall hätten durchführen können. Ja, manchmal hätte man auch für Minden gerne solch einen Wünschewagen.