Image ist alles!

Image ist alles!

Aktionstag am 24. Juni soll Bürger übers Rechte Weserufer informieren

In Köln gibt es die „Schäl Sick“, in Minden das „Kohlenufer“. In beiden Städten leiden die Quartiere entlang des rechten Flussufers an ihrem schlechten Ruf. Die Stadt Minden will das nun ändern. In Abstimmung mit zwei Planungsbüros sollen Zustand und Image des Quartiers verbessert werden. Ein Aktionstag für die Bürger bildet den Auftakt.

Beim Rechten Weserufer handle es sich um ein verkanntes Quartier mit viel Geschichte und Potenzial. Da sind sich alle Akteure einig: Lena Arendmeyer und Lars Bursian von der Stadt Minden genau wie die Vertreter der beiden Büros „complan Kommunalberatung GmBH“ und „A24 Landschaftsarchitektur“. Bereits 2004 und 2011 hatte die Stadt Minden versucht, dem etwa zwei Millionen Quadratmeter großen Areal zwischen Mittellandkanal, Bahnhof und Kanzlers Weide neues Leben einzuhauchen. Beide Konzepte scheiterten an Geld und Umsetzung. „Es fehlte an einem klaren Plan“, bemängelt Lars Bursian, Baubeigeordneter der Stadt Minden. Verwaltung und Planungsbüros feilen daher aktuell an einem neuen Plan: Das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) fürs Rechte Weserufer soll von Bund und Land finanziell unterstützt werden. Im Herbst 2017 soll das ISEK präsentiert werden. Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun.

Quartier mit vielen Problemen

Das Rechte Weserufer habe ein schlechtes öffentliches Image, sagen Arendmeyer und Bursian. Früher war das Rechte Weserufer von Industrie geprägt. Heute liegen die alten Firmengebäude brach, weil es die Unternehmen in angrenzende Industriegebiete zog, zum Beispiel nach Päpinghausen. Leerstehende und denkmalgeschützte Gebäude, Häuser, Festungsanlagen und weite Grünflächen kennzeichnen „das fragmentierte Quartier“, wie Bursian sagt. Auch die sozialen Probleme hätten die öffentliche Wahrnehmung nachhaltig beschädigt. Die Stadt will das Rechte Weserufer weiterentwickeln. Auf dem alten Güterbahnhof soll die Multifunktionshalle gebaut werden. Die alte Werft hat die Stadt bereits erworben. Für die Bahnhofskaserne besitzt sie ein Vorkaufsrecht. Konkrete Pläne gebe es für die Objekte noch nicht, sagt Bursian. „Wir wollen jetzt aber in Erfahrung bringen, welche Fläche für welche Projekte genutzt werden kann.“

Bürger sollen ihre Ideen mit einbringen

Die Ideen für die Entwicklung des Rechten Weserufers sollen nicht nur aus der Verwaltung und den Planungsbüros kommen. Alle interessierten Bürger sind am 24. Juni zum Aktionstag „Stadt – Land – Fluss“ eingeladen, um sich über das ISEK fürs Rechte Weserufer zu informieren. Jeweils zweimal am Tag um 11 Uhr und 13.30 Uhr starten vom Fort A aus drei Thementouren durch das Areal. „Die Bürger sollen sich ein Bild von der Vielfalt und den Chancen machen, die das Quartier bietet“, erzählt Lena Arendmeyer von der Öffentlichkeitsstelle der Stadt Minden. Die Teilnehmer erhalten eine Karte, altersgerechte Infos und Notizzettel, auf denen sie ihre Vorschläge für die Zukunft des Rechten Weserufers aufschreiben und weitergeben können. Anschließend will sich die Stadt mit den Bürgern über die Ideen austauschen. „Wir wollen das Rechte Weserufer stärker ins Bewusstsein der Bürger rücken und möglichst viele Ideen sammeln“, erklärt Arendmeyer. Die erste etwa einstündige Tour führt zu Fuß durchs Viertel rund um den Bahnhof. Zwischenstopps gibt es am Fort B, Bahnhof, an der Kaserne und der Hafenschule. Die zweite Tour „Von der Aue bis zur Werft“ wirft einen Blick aufs Leben am Fluss. In 75 Minuten werden Weserufer, Weserwerft, Brückenkopf, Laxburg und Fort A erkundet. Die dritte Tour dauert 75 Minuten. Auf dem Fahrrad wird die „grüne Lunge“ des Quartiers abgefahr