„Frauenkopf“ zeigt neue Perspektiven

„Frauenkopf“ zeigt neue Perspektiven

Busch-Originale aus Privatbesitz „zum Schauen gegeben“

Zum 185. Geburtstag Wilhelm Buschs ist in dessen Geburtshaus in Wiedensahl zum dritten Mal eine Ausstellung mit Busch-Originalen aus privater Sammlung eröffnet worden. Unter dem Titel „Zum Schauen gegeben III“ sind elf Werke zu sehen, die im letzten November in München den Besitzer gewechselt haben.

„Ein unserem Museum zugetaner Gönner hat zehn Bilder Buschs erworben, uns neun davon für die Ausstellung überlassen und dem Museum die Zeichnung ‚Schreibpult in Wiedensahl“ geschenkt“, freute sich Förderkreisvorsitzender Carsten Dreyer bei der Eröffnung vor zahlreichen Besuchern.
„Das Besondere an der Ausstellung ist, dass sie nicht thematisch zusammengestellt ist, sondern sich die Bilder quer durch die künstlerische Entwicklung Buschs ziehen. Sie reichen vom Realismus bis zum Expressionismus“, veranschaulichte Museumsleiterin Gudrun-Sophie Frommhage-Davar den besonderen Reiz. Ein echtes Highlight und gleichzeitig das wohl älteste Bild der Ausstellung steuert die Wilhelm-Busch-Stiftung Wiedensahl bei. „Wir haben den ‚Frauenkopf’ erworben, da er für Busch-Verhältnisse großformatig ist und stilistisch eine andere Perspektive bietet.
So regt er auch zu Diskussionen an“, erläuterte Tina Meyer, Kuratoriumsmitglied der Stiftung. So trägt das, von Busch vermutlich in seiner Zeit in Antwerpen um 1852 gefertigte Portrait recht maskuline Züge und ähnelt Buschs Bruder Adolf.
Das nährt die Vermutung, Busch habe zunächst seinen Bruder portraitieren wollen und das Werk dann umgearbeitet.
Das jüngste Exponat, ein expressionistisches „Selbstbildnis mit Schlapphut“ stammt aus dem Jahr 1895, weitere Originale sind unter anderem die „Frau mit Katze“, „Der Trinker“ oder die „Herbstliche Landschaft“. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 25. Oktober. Foto:pp