Osterfreuden

Osterfreuden

Lihra meint…

Ostern mit zwei dreijährigen Jungen meiner Nichte erscheint mir in der Rückblende betrachtet wie eine alberne Veranstaltung für sentimentale Eltern: Geschenke verstecken? Und suchen? „Was soll denn das?“, sagte damals der Blick meiner skeptischen Großneffen, die sich auch auf mehrfache Aufforderung ihrer aufgeregten Eltern nicht vom Fleck rührten und stattdessen ungerührt auf ihre beiden Vorturner starrten in Erwartung dessen, was die sich jetzt wieder einfallen lassen. Passierte auch prompt. Papa ging auf die Knie und säuselte vor sich hin: „Na, wo ist denn das Geschenk – vielleicht hinterm Sofa?“, während er dorthin krabbelte. Noch immer keine Reaktion der beiden. Auch der Ausruf „Ah, da ist es ja!“ ließ sie kalt. Doch als Papa das bunte Päckchen herausholte, zeigten sie sich gnädig und packten es aus. Nun sind die beiden „größer“ geworden, wie sie nicht müde werden zu betonen, und alles rund um den Osterhasen ist wunderschön. Beim Dekorieren machen sie mit, wobei ihre Technik, rohe Hühnereier einfach auszuquetschen, etwas verfeinert werden muss, um ein paar halbwegs ganze Eier bemalen zu können. Großen Spaß macht aber das Ostereiersuchen in Wald und Flur. Sie mögen zwar keine Schokoeier, legen aber jedes gefundene Ei in ihr Körbchen. Dass diese Körbchen wie von Wunderhand gar nicht voller werden, stört sie nicht. „Wir sind Sachensucher!“, zitieren sie Pipi Langstrumpf und verteilen bereitwillig alle gefundenen Eier immer wieder an uns. Wenn das Leben doch nur so einfach bliebe.

Was hat das jetzt mit Minden zu tun? Klar, dieses Wochenende ist Ostern. Und da darf man schon einmal darüber schreiben. Aber es hat auch einen realen Hintergrund. Hätten wir Mindener zu Ostern nicht gern auch ein paar Geschenke vom Osterhasen? Gerne. Das wäre wirklich ein wunderschönes Osterfest, wenn das bisher faule Ei Obermarktpassage durch ein schönes, buntes, gutschmeckendes Osterei ersetzt würde. Aber der Osterhase scheint da noch immer nichts Vernünftiges ausgebrütet zu haben. Verhandlungen hin oder her. Kaufland rein oder raus. Es muss langsam zu einem guten Ende kommen. Hagemeyer macht es doch vor. Wieder wird das Mindener Vorzeigeobjekt neu eingepackt und anschließend ausgepackt. Bunter, schöner und einladender als jemals zuvor. Das ist ein Ei, das uns Mindenern schmeckt. Es sind ja auch gute Leute eingebunden worden, die Weltstadtniveau haben. Lieber Osterhase, ich habe gehört, dass dieselbe Firma nun auch an der Obermarktpassage beteiligt sein soll. Ist das wirklich wahr? Brütest du da wirklich ein „dickes Ei“ aus? Wir würden es so gern einsammeln in unser Osterkörbchen.

Ich würde mir noch ein tolles Osterei wünschen. Kostenloses Parken für Ehrenamtler in Minden. All die vielen Helfer bei der Tafel, Flüchtlingshilfe, DRK, Jugendbetreuer, beim Kinderhospitz, bei der Feuerwehr und vielen anderen Institutionen sind täglich mit dem privaten PKW unterwegs um ihre Aufgaben zu erfüllen. Sie alle zahlen die Parkgebühren aus eigener Tasche. Hier könnte die Stadt für einen kleinen finanziellen Ausgleich sorgen und auf Antrag einen Parkausweis ausstellen. Welch ein schönes Osterei und Motivation zur gleichen Zeit.
Faule Eier gibt es ja genug in Minden. Ich möchte jetzt vor Ostern in fast schon Feiertagsstimmung nicht darauf eingehen. Stadthaus, Martinitreppe, gläserner Fahrstuhl. Aber welches Ei haben wir mit der neuen Regierung zu erwarten wenn die Verwaltung der Stadt Minden dort wieder auszieht? Lieber Osterhase, das ist eines der schönsten Gebäude mit ca. 2800 qm umbauten Raum, einem 700 qm großen Innenhof und Mindens schönstem Brunnen davor. Lass es nicht untergehen. Schenk es uns neu, wenn in 10 Jahren die Verwaltung wieder raus ist. Und wir, liebe Mindener, lasst uns zu Sachensuchern werden. Entdecken wir unsere Stadt neu. Vielleicht verteilt der Osterhase ja wirklich ein paar Geschenke an uns. In diesem Sinne: fröhliche und gesegnete Ostern.