Wie funktioniert eine Landtagswahl?

Wie funktioniert eine Landtagswahl?

Fragen und Antworten

Am 14. Mai wählt Nordrhein-Westfalen seinen 17. Landtag. Der Minden Kurier wird die Landtagswahl in den nächsten Wochen redaktionell begleiten. Zum Einstieg haben wir sechs wichtige Fragen und Antworten zur Landtagswahl gesammelt. Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gerne in den nächsten Wochen an uns wenden – wir beantworten sie gerne.

Wer sitzt im Landtag?

Bei der Landtagswahl entscheiden die Wähler, welche Parteien und Abgeordnete ins Landesparlament in Düsseldorf einziehen. Die Landtagswahl erfolgt alle fünf Jahre. 31 Parteien sind zur NRW-Landtagswahl zugelassen. Mindestens 181 Abgeordnete werden in 128 Wahlkreisen und aus den Landeslisten der Parteien gewählt. Die Abgeordneten schließlich wählen den Ministerpräsidenten. Die Partei mit den meisten Stimmen bildet die Landesregierung – meist zusammen mit einem Koalitionspartner. Die Landesregierung erlässt unter anderem Landesgesetze, kümmert sich um den Haushalt, das Bildungssystem und die Polizeiarbeit in NRW.

Was bedeuten Erst- und Zweitstimme?

Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt er den Direktkandidaten seines Wahlkreises, den Landtagsabgeordneten. Der Kandidat mit den meisten Stimmen bekommt das Direktmandat und einen Platz im Landtag. Der Landtagsabgeordnete ist direkter Ansprechpartner für die Bürger seines Wahlkreises. Mit der Zweitstimme wählen die Bürger eine Partei beziehungsweise die Landesliste einer Partei. Die Zweitstimme entscheidet über die Sitzverteilung der Fraktionen im Landtag. Je mehr zweite Stimmen eine Partei erhält, umso mehr Abgeordnete darf sie in den Landtag schicken. Alle Parteien, die mehr als fünf Prozent der Stimmen bekommen, ziehen in den Landtag ein.

Wer darf wählen?

Jeder, der am Wahltag 18 Jahre oder älter ist, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen ist, darf wählen. Eine weitere Bedingung: Der erste Wohnsitz muss seit mindestens drei Monaten in NRW sein.

Wann und wo kann ich wählen?

Wahlsonntag ist der 14. Mai. Die Wahllokale haben in der Regel zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet. In welches Wahllokal Sie gehen müssen, steht auf dem Wahlbenachrichtigungsbrief, der jedem stimmberechtigten Bürger zugestellt wird. Zur Wahl sollten Personalausweis und Wahlbenachrichtigung mitgebracht werden.

Wie funktioniert die Briefwahl?

Ist man am Wahltag verhindert, kann man seine Stimme auch vor dem Wahlsonntag abgeben. Briefwahlunterlagen müssen allerdings vorher beantragt werden. Wo die Unterlagen beantragt werden müssen, steht auf der Wahlbenachrichtigung.

Was ist ein Überhangmandat?

Erhalten die Direktkandidaten mehr Wählerstimmen als die Partei selbst, kommt es zu Überhangmandaten. Dann erhalten die Kandidaten entweder einfach ihre Sitze, der Landtag wird insgesamt vergrößert, oder die Überhangmandate werden einfach nicht zugeteilt. Es gibt aber auch den umgekehrten Fall: Erhält die Partei mehr Sitze, als sie Direktkandidaten auf der Liste stehen hatte, werden die Sitze mit weiteren Kandidaten derselben Partei gefüllt.

Zwei Wahlkreise in Minden-Lübbecke

In zwei Wahlkreisen im Kreis Minden-Lübbecke werden die Wähler am 14. Mai an die Wahlurnen schreiten und ihre Kreuzchen setzen. Zum Wahlkreis 88 gehören Espelkamp, Hille, Hüllhorst, Lübbecke, Petershagen, Preußisch Oldendorf, Rahden und Stemwede. Zum Wahlkreis 89 gehören Minden und Porta Westfalica.
(Bildhinweis: Landtag NRW / Bernd Schälte)