Gedankenspiele

Gedankenspiele

Wird das jetzt zu einer unendlichen Geschichte? Die Sparkasse Minden-Lübbecke wird ungefähr die Hälfte ihrer Filialen schließen. Das Personal wird verringert, Mitarbeiter werden nicht ersetzt. Und die Kunden haben das Nachsehen. Die alte Dame in Wasserstraße zum Beispiel oder der alte Herr in Minden, der seinen Führerschein abgegeben hat und mit dem Internet nicht fertig wird. Die nächste mit Personal besetzte Filiale ist demnächst 20 Minuten zu Fuß entfernt. Beide wissen nicht mehr, was werden soll und dabei sind sie doch schon so lange Kunden bei der Sparkasse.

Was stört den Lihra das denn, könnten Sie jetzt denken. Ich habe die Leseerbriefe und Artikel in der Tageszeitung gelesen und ein paar Gedankenspiele angestellt. Wie kann man den älteren Kunden helfen, wie kann man den Mitarbeitern der Sparkasse helfen und wie der Sparkasse selbst?
Wie wäre es, würde die Sparkasse den „Minden Sekretär“ kreieren. Die Kasse würde ihren Kunden mit dem „Minden Sekretär“ Unterstützung bei den vielen Problemen des Alltags anbieten. Die ehemaligen Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer aus den demnächst geschlossenen Filialen fahren zu den älteren Kunden nach Hause in ihre Wohnungen und gehen den Seniorinnen und Senioren bei den Stromrechnungen, Steuerbescheiden, Schriftwechseln mit Behörden, Kontoauszügen und Überweisungen zur Hand. Auch beim Wechsel des Stromanbieters. Die Idee: Bankmitarbeiter bieten vor allem älteren Menschen einen umfassenden Service bei schriftlicher Korrespondenz mit Behörden und Kassen, bringen auf Wunsch Bargeld nach Hause oder helfen bei der Wohnungssuche. Auf Wunsch können sogar Einkäufe mitgebracht oder Geschenke besorgt werden.

Das wäre doch einmal ein Service, der den Namen wirklich verdient hat. Jeder Kunde kann auswählen, wie viel Unterstützung er möchte. Die bald ehemaligen Filialmitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen doch ihre Stammkunden schon lange und wissen, welche Hilfe sie brauchen. Kann man in Zukunft diese Leute nicht so einsetzen? Termine für den Hausbesuch werden per Telefon vereinbart. Viele ältere Menschen haben keinen Internetanschluss, sind ja auch nicht damit aufgewachsen. Sie können nicht einfach einmal schnell etwas mit ihrem Computer bestellen, wie das für viele jüngere Menschen heute selbstverständlich ist. Diesen Service könnten auch Paare, die berufstätig sind und wenig Zeit haben, in Anspruch nehmen.

All das könnte es in drei Modulen geben, vom Minimalpaket, welches sich auf die Korrespondenz mit Behörden beschränkt, bis zum Komplettpaket, das auch Einkäufe beinhaltet. Man würde so mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens würde man Kunden behalten. Keiner verschwendet mehr einen Gedanken daran, die Sparkasse zu wechseln. Zweitens werden neue Kunden in Scharen zu dem Kreditinstitut wechseln. Bei diesem Service, bei dieser Hilfe. Und drittens werden Arbeitsplätze erhalten. Allen wäre gedient. Unbezahlbar, denken Sie? Glaube ich nicht. Wenn dieser Service dem Kunden mit 30 Euro im Monat berechnet wird und 1000 Kunden nutzen ihn, dann hätte die Sparkasse Minden-Lübbecke 30.000 € im Monat eingenommen. Davon könnte sie 10 Mitarbeiterinnen bezahlen. Diese hätten wiederum zwischen 4 und 5 Kunden pro Tag zu betreuen.

Ja, liebe MiKu-Leser, es gibt so viele Möglichkeiten, wirklichen Service zu bieten. Service, der dem Kunden hilft. Nicht, wie heute bei vielen Kreditinstituten üblich, dem Kunden bei Sonnenschein einen Regenschirm zu leihen und wenn es regnet, will man ihn zurück. Ich bin gespannt, wie es mit den Filialschließungen weitergeht. Wie Sie als Kunde reagieren, was die Sparkasse unternimmt um einen wirklichen Kundenservice, auch an den entlegenen Orten unseres Mühlenkreises, zu bieten.