Es geht schon wieder los...

Es geht schon wieder los…

Lihra meint…

Das Jahr 2016 liegt hinter uns. Schlimme Dinge ereigneten sich in der Welt. Menschen flüchteten nach Westeuropa. In Syrien geschahen unvorstellbare Grausamkeiten. Der Terror kam im Advent auch in Deutschland an. Dazu die „sozialen Netzwerke“, in denen Wahrheiten und Lügen verbreitet werden können. Ohne Rücksicht ob dabei Menschen verletzt werden oder nicht. Auch bei uns in Minden hat sich viel ereignet.Jeder in Minden lebende Bürger mag seine persönliche Bilanz für das vergangene Jahr ziehen.

Nun stehen wir an der Schwelle zu 2017. Was wird werden? Bleiben wir verschont vor Krankheiten, schlechten Nachrichten und Misserfolgen? Wir wissen es nicht. Viele Dinge in unserem Leben können wir nicht beeinflussen – und doch haben wir auch die Gestaltung unseres Lebens selbst in der Hand. Wir können es zum Positiven oder zum Negativen hin beeinflussen. Auch das Leben in unserer Stadt.

Aktuell gibt es wieder Diskussionen zu den verkaufsoffenen Sonntagen in NRW. Ausgelöst wurden diese durch regionale Klagen von Kirchen und Gewerkschaften. Kontrovers wird von „Betroffenen“ diskutiert. Wer sind diese Betroffenen? Städte und Gemeinden, die Händlerschaft, Verkäuferinnen und Verkäufer und nicht zuletzt wir alle als Kunden. Fakt ist, dass laut derzeitigem Stand vier Mal im Jahr verkaufsoffene Sonntage stattfinden dürfen, wenn in der Stadt oder einem Ortsteil ein Fest veranstaltet wird. Dabei muss dieses eine übergeordnete Rolle spielen. Wenn mehr Menschen aufgrund der Ladenöffnungen in die Stadt kommen würden als anlässlich des Festes, ist der Verkauf an Sonn- und Feiertagen unzulässig.

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es knapp 700 Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern. Minden ist unter den Top 100 vertreten. Nun stehen alle Kommunen untereinander in einem harten Wettbewerb. Sie kämpfen um die Belebung ihrer Innenstädte, um Kunden und Steuereinnahmen. Gerade in unserer Umgebung gibt es drei Orte, die dabei aggressiv vorgehen und jede Möglichkeit nutzen. Rinteln, mit 20.000 Einwohnern am Ende der Liste der Städte in Deutschland zu finden, wie auch Porta Westfalica und die Fürstenstadt Bückeburg. Alle eigentlich unter ferner liefen. Aber diese Gemeinden nutzen jede Lücke aus, um sich an Minden vorbei zu schieben und das mit wachsendem Erfolg.

Nun hat auch das Mindener Bürgerbataillon mit Besucherschwund zu kämpfen. Darum wurde der Antrag bei der Stadt Minden gestellt, das diesjährige „Freischießen“ mit einem verkaufsoffenen Sonntag zu koppeln. Man verspricht sich davon mehr Besucher. Das Bürgerbataillon ist „der“ historische Verein in Minden und das „Freischießen“ ist eine Veranstaltung mit der längsten Vergangenheit in dieser Stadt. Zwei Gründe, die einen verkaufsoffenen Sonntag rechtfertigen. Leider hat die Sache einen Haken und die Mindener Händlerschaft geht auf die Barrikaden. Der Termin für das Jahr 2017 fällt in die sogenannte „Rotpreisphase“ des Handels, in den Schlussverkauf. Die vermehrten Personalkosten für einen verkaufsoffenen Sonntag können nicht im Entferntesten an diesem Tag wieder eingefahren werden. Der Handel in Minden würde zusätzlich geschwächt, statt gestärkt werden.

Das Jahr fängt gerade erst an und schon sind die ersten Unstimmigkeiten da. Was ist zu tun? Sicherlich eines: sich an einen Tisch zu setzen und miteinander zu reden. Der Termin des Freischießens 2017 steht und kann nicht mehr verändert werden. In den nächsten Jahren schon. Aber für 2017 muss auch eine für alle Seiten tragbare Lösung her. Wie auch für die vielen anderen Dinge, die für unsere Stadt anstehen. Die Verwaltungs- und Reinigungskosten für den gläsernen Fahrstuhl zum Beispiel. Auch hier gibt es großen Gesprächsbedarf und nicht ein hinwegfegen aller guten Ideen und Vorsätze. Ich wünsche mir für das Jahr 2017 mehr Gelassenheit, Zusammenarbeit und Verständnis und weniger Gegeneinander, Streit und persönliche Gekränktheit. Ihnen allen ein gutes 2017.