Galloway vom Weinsberg aus Porta Westfalica

Galloway vom Weinsberg aus Porta Westfalica

So schmeckt Landwirtschaft wie früher

Man möchte sie am liebsten kraulen und knuddeln, diese zotteligen, lockigen, dunkelhaarigen Rinder, die bei Wind und Wetter gemütlich an den Weserwiesen stehen und es sich gut gehen lassen. Seit 2003 betreibt Max Matzeik die biologische Landwirtschaft mit Fleischerei in Porta Westfalica-Eisbergen und führt damit den Traditionsbetrieb in neue Gefilde.

Alle Bio-Rind-Fleischwaren werden in der eigenen Fleischerei nach biologischen Vorschriften selbst verarbeitet.

Alle Bio-Rind-Fleischwaren werden in der eigenen Fleischerei nach biologischen Vorschriften selbst verarbeitet.

Die Fleischerei Matzeik hat sich bereits seit 65 Jahren in Porta Westfalica einen Namen Gemacht. Sohn Max Matzeik führt diese Tradition fort, aber mit einer neuen Richtung. Seit 13 Jahren züchtet er Galloway Rinder, die direkt in der hauseigenen Fleischerei verarbeitet werden. „Ich habe von Anfang an eine Bio-Landwirtschaft betrieben“, berichtet der studierte Betriebswirt und Fleischermeister von den Anfängen seines Betriebs. Nach einem BWL-Studium zog es ihn zurück in die Heimat, wo er etwas „Ehrliches“ machen wollte. Dabei züchte er ausschließlich schwarze, schottische Galloways, die sehr leichtfüttrig sind und völlig natürlich auf den Wiesen von Porta Westfalica, Häverstädt und Hille leben. Natürlich heißt: Die Wiesen werden nicht künstlich gedüngt, sondern erhalten den Dünger über die Rinder, die auf ihr leben und sich von ihr ernähren. Durch die natürliche Lebensweise mit viel Bewegung an der frischen Luft sei das Fleisch besonders reich an Omega-3-Fettsäuren, erklärt der Landwirt. Drei Jahre leben die Rinder im Schnitt auf den Wiesen, manch Kühe werden sogar richtig alt: „Unsere älteste Kuh ist 16 Jahre alt und hat mittlerweile 14 Kälber zur Welt gebracht.“

Galloway cattle

Die eigentliche Kunst und das Außergewöhnliche des Bio-Betriebs liegt aber in der anschließenden Verarbeitung in der hauseigenen Bio-Fleischerei. „Wir verarbeiten nur Bio-Rind und Bio-Schwein und stellen sämtliche Wurstwaren selber her“, erklärt der Portaner. „Alle Waren sind ohne Phosphate und Emulgatoren und werden ausschließlich mit Bio-Gewürzen verfeinert. Da muss man schon ein bisschen probieren.“ Außerdem werde das Gallowayfleisch nach dem „Dry Aged“-Verfahren am Knochen gereift. Nach 21 Reifetagen sei das Fleisch dann besonders zart, danach vergehen weitere drei bis vier Wochen in denen sich der besondere Geschmack entwickeln kann. „Wenn man im Supermarkt Fleisch kauft, konnte dies meist nur acht bis zehn Tage reifen. Unser Fleisch hat dafür acht bis zehn Wochen Zeit, wodurch es besonders zart ist und sein intensives Aroma entwickeln kann.“ An den Mann bringt die Familie Matzeik das Bio-Fleisch nur über Direktvermarktung auf Wochenmärkten und dem eigenen Hofladen, der immer donnerstags geöffnet hat. Neben regionalen Märkten in Minden und Bückeburg verkauft Max Matzeik mit tatkräftiger Unterstützung von Mutter und Vater die tagesfrischen Bio-Waren in Hameln und Hannover. Der Name „Galloways vom Weinsberg“ sei entstanden, da auf dem Weinsberg die erste Wiese war, auf der die zottigen Rinder von Matzeik – die übrigens auch alle einen eigenen Namen tragen – lebten. (ak)

Max Matzeik vertreibt seine Bio-Waren direkt über Wochenmärkte in der Region und im eigenen Hofladen.

Max Matzeik vertreibt seine Bio-Waren direkt über Wochenmärkte in der Region und im eigenen Hofladen.