Lihra meint...

Lihra meint…

Weihnachtsgeschenke

Heute, da Sie diese Ausgabe des „Minden Kurier“ in der Hand halten, ist das Weihnachtswochenende gekommen. Für mich Grund genug, einmal über die Geschenke nachzudenken. Den Weihnachtsgeschenken, die uns Mindenern das vergangene Jahr gebracht hat. Was ist von unseren Wünschen in Erfüllung gegangen und was nicht.

Es ist fast ein kleines Wunder. Jahrelang war an dem schönen Wesertor Totentanz. Leerstände, geschlossenes Parkhaus, verklebte Fensterscheiben. Trostlosigkeit als Entre für Minden. Und heute, an diesem Weihnachtswochenende? Die Umbauten im ehemaligen Karstadt Gebäude sind noch nicht ganz beendet. Aber es ist schon Leben eingezogen. Der Bauzaun ist weg, H&M ist schon da und andere werden dazukommen. Die untere Bäckerstraße wird neu gepflastert. Ein Wunsch ging schon teilweise in Erfüllung.

Der zweite große Wunsch der Mindener: Das ehemalige Wehmeyer- Kaufhaus muss umgebaut und zu einem Sahnestück der Innenstadt werden. Auch dieser Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen. Der Besitzer hat eine tolle Visualisierung der Verwaltung und dem Rat vorgestellt. Sollte das so 1:1 umgesetzt werden, ist es das Highlight der kommenden zwei Jahre. Wie wunderschön für alle Menschen mit Behinderungen, ebenso für die ältere Bevölkerung, wenn der gläserne Fahrstuhl und der Umbau der Martinitreppe Realität wird. Ein Weihnachtsgeschenk, das noch nicht ganz ausgepackt werden kann. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude und gehört zum Weihnachtsfest dazu.

Nun die dritte Überraschung zum diesjährigen Fest. Anders als die Aussagen auf der Pressekonferenz am Montag dieser Woche, steht die Obermarktpassage kurz davor, ein weiteres Schmuckkästchen in dieser Stadt zu werden. Die Verträge liegen bei den Juristen des Investors, um diese abschließend noch einmal zu prüfen. Laut Aussage der Verwaltung ist keine Bewegung zu verzeichnen und kein Käufer in Sicht. Es gäbe nur einige Interessenten. Das ist definitiv so nicht richtig. Warum wird so etwas erzählt? Minden bekommt ein neues Fachhandelszentrum, ein tolles Kino mit mehreren Sälen und einen Obermarkt, der die Menschen anziehen wird. Der liebens- und lebenswert sein wird. Neue Geschäfte, neue Gastronomie. Die unendlich mühevolle Arbeit einiger Bürger dieser Stadt wird von Erfolg gekrönt werden. Das ist eigentlich für mich das schönste Weihnachtsgeschenk, weil ich weiß, wieviel Herzblut dort drin steckt.

Es gibt weitere Weihnachtsgeschenke für Minden. Diese können nicht mehr in diesem Jahr unter dem Baum liegen, sind aber schon angekommen. Ich darf nicht verraten, was es ist. Das habe ich dem Weihnachtsmann versprochen. Aber als Kind habe ich immer versucht durch das Schlüsselloch in das Weihnachtszimmer zu schauen. Und hin und wieder habe ich etwas blinken sehen. Ich lasse Sie auch einmal durch das Schlüsselloch blinzeln. Es wird sich nicht nur auf dem Gelände der ehemaligen Firma Leffers etwas tun, nein, auch dahinter. Etwas Schönes wird im ehemaligen Bankgebäude der Bundesbank entstehen. Eine weitere Attraktion. Ebenso noch nicht ausgepackt sind die Geschenke auf dem rechten Weserufer. Ich sage nur: Güterbahnhof und das „Schlösschen“, die alte Bahnhofskaserne. Es tut sich viel in unserer schönen Stadt.

Nicht alle Wünsche werden in Erfüllung gehen. Auch Knecht Ruprecht war mit seiner Rute da. Mit dem neuen Geschäftshaus am Scharn werden wir noch etwas um die Ohren bekommen. Auch die angeblich „schönste Brache Mindens“, die Löffler-Immobilie auf dem rechten Weserufer gehört zu den Rutenschlägen des Knecht Ruprecht. Das Geschäftshaus haben wir der Stadt „zu verdanken“, die andere Sache nun wirklich nicht. Da muss sich der Inhaber einmal selbst hinterfragen und nicht unberechtigte Schuldzuweisungen vornehmen. So, nun ist es aber genug für dieses Jahr. Ich wünsche Ihnen, bei all den positiven Geschenken, eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gesegnetes und tolles Jahr 2017.