Fabrys Kartoffelkiste in Wietersheim

Fabrys Kartoffelkiste in Wietersheim

„Wir sind wie ein kleiner Lebensmittelladen“

Sie heißen Belana, Sieglinde, Laura, Sissi und Annabelle. Sie leuchten gelb oder ockafarben, schmecken cremig oder leicht-nussig – und Liane und Reinfried Fabry haben sie alle. Seit etwa 20 Jahren bringen die Fabrys aus Wietersheim ihr Hauptprodukt, ihre leckeren Knollen, an den Mann und an die Frau.

Seit Ende der Neunziger bietet „Fabrys Kartoffelkiste“ in Petershagen-Wietersheim Speisekartoffeln, diverse Gemüse und täglich frische Hühnereier an. Alles von der Marke Eigenbau. Als die Fabrys damals die ersten Saatkartoffeln in den mittelschweren Boden vor dem Haus gelegt haben, lag ein eigener Hofladen noch in weiter Ferne. „Damals haben wir nur für unseren täglichen Gebrauch angebaut“, erzählt Reinfried Fabry. Heute baut das Ehepaar auf 1,5 Hektar Ackerland Kartoffeln an. Im heimischen 500 Quadratmeter großen Gemüsebeet sprießen Gurken, Bohnen und Möhren aus dem Boden.Freilaufende Hühner scharren und picken im Garten und legen täglich frische Eier, die auf dem Hof verkauft werden.

Aus dem Hobby ist längst ein Vollzeitjob geworden für das Rentnerehepaar. Speziell in der Kartoffelerntezeit können die beiden sich vor Arbeit kaum retten. „So ein Tag kann schonmal 14 Stunden dauern“, sagt Liane Fabry. Zuerst roden sie die Kartoffeln, bis die Anhänger voll sind. Dann packen sie die Knollen in die Siebanlage, wo sie von Erdklumpen getrennt werden. Bevor es aufs Verleseband geht, werden die beschädigten, die kleinen, die grünen und kranken Kartoffeln von den gesunden getrennt. Anschließend kommen die Kartoffeln auf die Absackwaage und werden verpackt. Verkauft werden die Kartoffeln in Raschelsäcken mit einem Volumen von bis zu zwölf Kilogramm. Um die besonders beliebten Frühkartoffeln zu ernten, müssen die Fabrys ab Mitte Juni täglich aufs Feld. Die Kunden wüssten die Heimvorteile wie Frische und Regionalität zu schätzen, sagt Reinfried Fabry. Sie kämen inzwischen nicht mehr nur aus der Nachbarschaft. „Wir haben auch Gäste aus Löhne und Bielefeld und Durchreisende, die von unseren Kartoffeln gehört haben und hier für einen Zwischenstopp halten“, sagt Reinfried Fabry. Sicher haben auch die vielen Veranstaltungen den Bekanntheitsgrad des Hofs erhöht. Gerade die Pflaumenback- oder Pfannkuchentage erfreuen sich großer Beliebtheit. „In der Erntezeit laden wir auch jedes Jahr den Kindergarten ein. Dann roden die Kleinen selber die Kartoffeln und können sie später mit nach Hause nehmen. Das ist immer ein großer Spaß“, lacht Liane Fabry.