MiKu trifft ... Curse

MiKu trifft … Curse

„Ich arbeite an einem neuen Album“

„Wir bringen und schreiben Raps, die Mindens Stimmung beschreiben“, rappt Michael Sebastian Kurth alias Curse in „Weserwasser“, einer Hommage ans Weserbergland. Erschienen ist der Song zur Jahrtausendwende. Inzwischen lebt Curse in Berlin. Für zwei Auftritte im Mindener Stadttheater hat er seine alte Heimat besucht. Der MiKu hat sich mit ihm unterhalten.

Curse ist eines der berühmtesten Kinder der Stadt. Er moderierte Plan B, eine Radiosendung auf 1Live, die er eher „als Hobby sah“. Er arbeitet als ausgebildeter systemischer Coach, „hilft den Klienten mit Problemen umzugehen und diese aus der Welt zu schaffen“. Er schneidert Popmusikern wie Yvonne Catterfeld oder Silbermond und Chima Songtexte auf den Leib und „stellt sich dabei ganz in den Dienst der Künstler“. In Curse schlummern viele Talente. Seine größte Passion aber gilt immer noch der Rapmusik, „die nie ganz aus seinem Leben verschwunden ist“, wie er sagt. Sie hat den gebürtigen Lahder populär gemacht. Curse‘ Debütalbum „Feuerwasser“ brach im Jahr 2000 die Phalanx der Hip-Hop Hochburgen Hamburg, Stuttgart und Berlin – und hievte ihn in den Deutschrap-Olymp. Vier weitere Alben und Singles mit Marius Müller-Westernhagen, Xavier Naidoo und Gentleman folgten. 2010 dann schockte Curse seine Fans: In einem offenen Brief erklärte er seine Rapkarriere für beendet. Vier Jahre später folgte der Rücktritt vom Rücktritt: Mit seinem Comeback-Album „Uns“ chartete er auf den fünften Platz. „Ich habe damals einfach wieder Bock auf Rap gehabt“, erinnert er sich. Seitdem ist der 38-Jährige wieder auf den „Rap- Geschmack“ gekommen. „Ich arbeite aktuell an einem neuen Album.“ Und so sitzt er wieder vorm Textbuch, feilt an neuen Zeilen, Reimen und Techniken, „um alte Muster zu brechen“. Aufgenommen werden die Songs mittlerweile nicht mehr in Minden, sondern in Berlin. Gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn lebt er im Prenzlauer Berg.

Die alte Heimat spielt aber immer noch eine wichtige Rolle in seinem Leben. „Ich bin mehrmals im Jahr in Minden, weil meine Familie und Freunde hier wohnen.“Auch in der Musik setzt der Rapper auf den Heimvorteil. Die meisten Beats fürs neue Album kommen von den Hitnapperz, einem jungen Produzentenduo aus Minden. „Ich kenne die Jungs schon seit ihrer Kindheit. Die beiden haben einen extrem vielseitigen Sound und können mir passgenaue Beats zaubern.“ Abgemischt werden die Songs von Curse‘ altem Weggefährten Sascha „Busy“ Bühren, der sein Tonstudio 2010 von Bad Oeynhausen nach Berlin-Moabit verlegte. „Ich freue mich einfach Musik mit guten Freunden zu machen“, sagt Curse.

„Und das führt uns direkt zu Nummer sieben/ Du musst Hip-Hop lieben, als wärst du immer nur Fan geblieben“, rappt Curse in „Zehn Rap-Gesetze“ (2000). Die nächste Platte wäre sein siebtes Soloalbum.