51 Flüchtlinge leben im Hiller Containerdorf

51 Flüchtlinge leben im Hiller Containerdorf

Betreuung durch Hiller Bürger und Deutsches Rote Kreuz

Noch im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Hille Wohncontainer für Flüchtlinge am Hiller Marktplatz aufgestellt. Inzwischen sind 51 alleinreisende Männer ins Containerdorf umgezogen. Sie lebten vorher in der Sporthalle Südhemmern, in DRK-Übungsräumen und einer größeren Wohnung in Hille.

Im Dezember des vergangenen Jahres hat die Gemeinde Hille die Wohncontainer für rund 90 Personen aus Bergheim bei Köln für etwa 130.000 Euro angeschafft. Die unmittelbare Nähe zum Ortskern verunsicherte manche Hiller Bürger zunächst. Die Aufklärungsarbeit der Politik und der Verein „Flüchtlingshilfe Hille“ unter der Leitung von Pastor Peter Fischer kümmerten sich um die Integration und reibungsloses Zusammenleben zwischen Einheimischen und Neuankömmlingen. Mittlerweile gibt es in Hille Flüchtlingspaten, eine Kleiderkammer, ein Begegnungszentrum und eine Fahrradwerkstatt. Auch Deutschkurse, berufliche Qualifikation und Fahrdienste werden angeboten. Die Paten helfen den Flüchtlingen bei der Eingewöhnung, bei Arztbesuchen und Behördengängen. Petra Günter, Christiane Lange und Dieter Schwenker haben die Kleiderkammer ins Leben gerufen. Im ehemaligen Ladenlokal „Optik Horstmeier“ wird Kleidung angenommen und ausgegeben. Christiane Lange kümmert sich zusätzlich um die Fahrradwerkstatt. Dort werden Fahrradspenden angenommen und wieder fahrtüchtig gemacht – wenn nötig. Im Begegnungsraum finden Filme- und Gesellschaftsspielabende, aber auch Deutschkurse statt. Olaf Glaser, Geschäftsführer des gleichnamigen Profilingbüros in Minden, bietet Intensivdeutschkurse an, um die Integration der Flüchtlinge zu ermöglichen. Gerd Wilhelmy engagiert sich zusammen mit fleißigen Helfern für eine aktive und sportliche Freizeitgestaltung der Flüchtlinge, zum Beispiel mit Fußballspielen. Der Hiller Unternehmer Jörg Bödecker versucht den Flüchtlingen einen Einblick in die deutsche Arbeitswelt zu vermitteln – und profitiert dabei von seinen Kontakten zum „Integration Point“, zur Agentur für Arbeit und lokalen Geschäftswelt.

„Insgesamt besteht die Anlage aus 34 Wohnräumen mit einer maximalen Kapazität von bis zu 90 Personen“, sagt Detlef Hartmann von der Gemeinde Hille, zuständig für den Fachbereich Ordnung und Soziales. Die Anlage verfügt laut Hartmann über sanitäre Anlagen und einen Küchenbereich, sodass die Chance zur Selbstverpflegung besteht. Im Begegnungsraum kann die Freizeit mit Kickern und Laptops verbracht werden. Außerdem gibt es noch einen Gemeinschaftsraum, Hausmeister- und Technikräume, Zimmer für Waschmaschinen und Trockner einen Raum für Sanitäts- und Erste-Hilfe-Dienste.

„Für die Betreuung im sozialen Bereich und für Hausmeisterdienste konnte das Deutsche Rote Kreuz gewonnen werden“, sagt Hartmann. Unterstützt wird das DRK mit einer Kraft aus dem Bundesfreiwilligendienst. Der junge Mann wird durch Gerald Marcks, den Jugendförderer der Gemeinde Hille, angeleitet.

19 der 51 Männer im Containerdorf Hille kommen aus Syrien. Zehn aus dem Irak und neun aus Afghanistan. Die übrigen Flüchtlinge kommen zum Beispiel aus Marokko und Tadschikistan. Über die Gesamtkosten der Anlage für Beschaffung und Herrichtung, sowie über die Höhe der laufenden Kosten würden noch keine abschließenden Angaben gemacht werden, sagt Detlef Hartmann.