Eine grüne Schnittstelle

Eine grüne Schnittstelle

Freifunk der Petershäger Grünen zieht viele Gäste an

Im August des vergangenen Jahres hat Matti Bolte, Landtagsabgeordneter von Bündnis90/ Die Grünen aus Bielefeld dem Petershäger Bürgerbüro einen Freifunk-Router und freien WLAN- Zugang für alle geschenkt. Seitdem können Gäste und Passanten täglich von 8 bis 22.30 Uhr frei und kostenlos über den Router der Grünen ins Internet.

Der Freifunk am und im Grünen-Büro wird gerne genutzt. Von Parteimitgliedern und Freunden, Schülern, Touristen und von Flüchtlingen. Speziell für sie ist das Internet eine wichtige Lebensader. Über Zeitungen und Blogs aus ihrer Heimat informieren sie sich über die aktuelle Situation in ihrem Land, halten via e-Mail Kontakt mit Familie, Freundinnen und Freunden. Über einen Datentarif verfügen jedoch die wenigsten Flüchtlinge. Schnell hat sich unter den Neuankömmlingen rumgesprochen, dass sie bei den Grünen kostenlos im Netz surfen können. Immer mehr suchten das Büro auf. In Hochzeiten seien es schon einmal zwischen 15 und 20 Flüchtlinge gewesen, die den Freifunk nutzen, erzählt Heike Brinkmann. Die Bürokraft ist die gute Seele der Grünen Petershagen und arbeitet während der Öffnungszeiten am Montag und Donnerstag stets an ihrem Schreibtisch. So konnte sie hautnah verfolgen, wie das Angebot „eine Eigendynamik entwickelt“ hat und sich immer mehr Flüchtlinge auf der anliegenden Straße oder direkt im Büro aufgehalten haben, um zu telefonieren und zu surfen. Im Sommer hielten sie sich gerne draußen auf. Ist das Wetter schlechter, säßen sich aber viele Flüchtlinge auch gerne ins warme und trockene Büro. „Wir bieten ihnen dann heiße Getränke oder Süßigkeiten an, damit sie einen angenehmen Aufenthalt haben“, erzählt Heike Brinkmann. Dank der ungezwungenen Atmosphäre im Büro komme es zu vielen offenen Gesprächen, auch unter den Flüchtlingen selbst. Die meisten würden aus dem Petershäger Stadtgebiet anreisen, den Schulbusverkehr nutzen oder mit dem Rad fahren, um zum Büro zu gelangen. Viele halten so den Kontakt zu ihren Familien in der Heimat. „Manche sind ganz vertieft in ihr Smartphone. Andere wiederum erzählen aus ihrem Leben oder lernen Deutsch. Oft fragen die Flüchtlinge mich auch um Hilfe, wenn sie Formulare ausfüllen oder Behördengänge erledigen müssen. Die Alltagsbewältigung ist ein großes Thema.“ Negative Erfahrungen habe Heike Brinkmann keine gemacht. Im Gegenteil. „Unsere Gäste greifen mir auch gerne unter die Arme. Sie waschen mit mir das Geschirr ab, oder helfen mir im Winter beim Schneeschieben.“ Sie schätzt den Nutzerkreis auf etwa 50 Personen, darunter viele Stammgäste. Aufgrund der Zeitverschiebung in den Heimatländern würden die Flüchtlinge zu höchst unterschiedlichen Zeiten kommen, Beschwerden aus der Nachbarschaft habe es aber nie gegeben, sagt Heike Brinkmann. „Da gibt es viel Verständnis und ein friedliches Miteinander. Durch unseren Freifunk kommen Flüchtlinge und Einheimische miteinander in Kontakt.“