Westflügel des Ratsgymnasiums wird größer

Westflügel des Ratsgymnasiums wird größer

Schule bekommt eine Mensa

Minden. Der Westflügel des Ratsgymnasiums ist derzeit fest in Handwerkerhand; Schüler und Lehrer befinden sich in den Sommerferien. Der von der Stadt Minden geplante und beauftragte Erweiterungsbau nimmt bereits deutliche Kontouren an und erste Wände für künftige Klassen, Gruppen- und Lehrerräume sind gezogen. 
Zum Beginn des Schuljahres 2015/16, im August nächsten Jahres, soll der erweiterte Westflügel fertig sein. Im Oktober 2013 haben die Arbeiten begonnen, seit Dezember wird gebaut. In den letzten Herbstferien sind dann auch die meisten Schülerinnen und Schüler aus dem Gymnasium in einen leerstehenden Trakt der nicht weit entfernten Kurt-Tucholsky-Gesamtschule umgezogen. „Lediglich die 5. und 6. Klassen werden noch am Standort des ‚Rats‘ unterrichtet. Auch die Fachräume sind weiter in Betrieb“, berichtet Bauleiter und Diplom-Ingenieur Michael Graf.

Anlass für die Erweiterung des viergeschossigen Westflügels ist der Ganztagsbetrieb des Ratsgymnasiums. „Hierfür werden zusätzliche Räume und auch eine Mensa benötigt, die im Erdgeschoss entsteht“, erläutert Bereichsleiter Jörn Schunk. Die Planung für das quasi neue Gebäude, die Raumstruktur und die Innenraumgestaltung erfolgen partnerschaftlich in Abstimmung mit der Schule, um einen bedarfsgerechten Ort zum Lernen zu schaffen, so Schunk weiter. Die Bestandsfläche des Westflügels von rund 2.000 Quadratmetern wird umgebaut und um eine Nutzfläche von 1.200 Quadratmeter zum Glacis hin vergrößert.

Es gibt künftig insgesamt drei Treppenaufgänge und neu auch einen Fahrstuhl, um das Gebäude und auch den Altbau künftig barrierefrei erreichen zu können. Insgesamt entstehen zehn neue Klassen- und Fachräume mit angegliederten offenen Arbeitsbereichen und Gruppenräumen nach modernem pädagogischen Konzept. Im Erdgeschoss wird – bereits deutlich erkennbar – ein großräumiger Mensaraum für 250 Personen mit Ausgabeküche und angegliederter behindertengerechter Toilette gebaut.
An Gesamtkosten für diese Maßnahme hat Stadtkämmerer Norbert Kresse rund 4,2 Millionen Euro veranschlagt. Diese teilen sich auf in Investitionskosten von rund 2,9 Millionen Euro für die Erweiterung und den Fahrstuhlanbau sowie 1,05 Millionen Euro für das Bestandsgebäude, der Rest entfällt auf die Einrichtung. Norbert Kresse rechnet mit einem Mehraufwand, der aber erst mit Aufstellung des Haushalts 2015 näher beziffert werden könne. 
Die Errichtung des Anbaus hat die Ingenieure der Stadt vor eine größere Herausforderung gestellt. Denn vor Baubeginn war eine umfangreiche Kampfmittelsondierung erforderlich, da das Gebäude in einer Kampfmittelverdachtsfläche liegt; in dem Bereich am Schwichowwall und Königswall sind während des Zweiten Weltkrieges mehrere Bomben der Alliierten niedergegangen. Nicht ganz einfach war auch die Gründung des Neubaus. Dieser musste auf 26 Bohrpfählen mit einer Länge von je 18 Meter aufgebaut werden. Die Ausführung erfolgte durch ein niederländisches Spezialtiefbauunternehmen, so Graf.

Arbeiter am Schacht für den künftigen Fahrstuhl, der das Gebäude barrierefrei macht

Arbeiter am Schacht für den künftigen Fahrstuhl, der das Gebäude barrierefrei macht

 


Technische Daten

Der Rohbau ist in Massivbauweise als Stahlbetonskelettbau erstellt, das Flachdach wird als Warmdach mit Gefälledämmung ausgeführt. Die Fenster und Türen werden als Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Aluminium montiert. Die künftigen Fassaden bestehen zum Glacis hin aus Verblendmauerwerk sowie einer vorgehängten und hinterlüfteten Fassade aus Aluminiumtafeln und schulhofseitig aus einem Wärmedämmverbundsystem. Für das Bestandsgebäude ist die brandschutztechnische Ertüchtigung sämtlicher Decken mit einem Brandschutzputz erforderlich. Die Haustechnik – Elektro, Heizung, Sanitär und Lüftung – wird an die geltenden Standards angepasst, auch hinsichtlich einer Energieeinsparung. Das Dach entspricht nach erfolgter Sanierung und Dämmung der aktuellen Energieeinsparverordnung.

Bauleiter Michael Graf prüft die Bauarbeiten des Plans

Bauleiter Michael Graf prüft die Bauarbeiten des Plans